Erfolge und Misserfolge gehören beim Exotengärtnern einfach dazu. 5 Dinge, die ich heute wieder so machen würde…
Experimentierfreudigkeit |
|
Ich verstehe mein Exotengarten-Hobby vorallem als ein ständiges Experimentieren. Ausprobieren, wie weit man gehen kann. Grenzen ausloten und ggf. verschieben. Eben ein „Gärtnern im Grenzbereich“. Es gibt soviele spannende Exoten, dass es mir auch nach vielen Jahren immer noch ständig in den Fingern kribbelt, nochmal andere, spannende Exoten auszutesten. Nicht alles funktioniert. Aber genau das macht den Reiz doch aus. Die Experimentierfreude, immer verbunden mit einem gewissen Risiko und dem einen oder anderen Verlust, ist für mich daher auch nach über 14 Jahren Exotengarten immer noch essentieller Bestandteil dieses Hobbies. |
Gönnung |
|
Mein absoluter Traum war es schon immer, irgendwann einen Xanthorrhoea (australischer Grasbaum) in meinem Garten zu kultivieren. Mit seinem fast schwarzen Stamm und der grasbüschel-ähnlichen Krone ist der rein in Australien wachsende Grasbaum einfach spektakulär. Leider unterliegen Xanthorrhoea seit Jahren einem Exportstop aus Australien. Der Traum musste wohl Traum bleiben. Bis ich irgendwann bei eBay durch puren Zufall einen Xanthorrhoea johnsonii fand. Schweineteuer. Aber kann ein lang-gehegter Traum zu teuer sein? Seit 2020 kultiviere ich diesen nun – dauerhaft ausgepflanzt – in unserem Garten. Ein ziemlich waghalsiges Unterfangen, da Xanthorrhoea nur sehr wenig Frost vertragen. Bislang ist es gut gegangen. Ich tue alles dafür. Ich bin der Meinung: man darf und sollte sich auch mal Träume erfüllen, auch wenn das zunächst kostspielig, unvernünftig und waghalsig erscheint. Mir zaubert der Grasbaum auf alle Fälle jedes Mal wieder ein Lächeln auf die Lippen… |
Entschleunigung |
|
Die ersten Exotengarten-Jahre habe ich z.T. gegossen und gedüngt, „bis der Arzt kommt“. Man meint es ja nur gut. Mir ging es dabei nie darum, die „dicksten Kartoffeln“ zu ernten. Es war reine Fürsorge. Mit der Zeit wich die Fürsorge eher der Sorge. Gerade bei meinen schnell wachsenden Hanfpalmen wurde der Winterschutz immer komplizierter. Wie will ich diese in ein paar Jahren überhaupt noch schützen? Die Vorstellung, die Palmen irgendwann einfach dem rauen Wintern bei uns aussetzen zu müssen, bewegte mich. Und so beschloss ich, das Bewässern und Düngen ganz bewusst zu reduzieren, um den Tag X zumindest ein stückweit in die Zukunft zu verschieben. I.ü. führt ein langsameres Wachstum auch zu kräftigeren und damit robusteren Pflanzen. Entschleunigtes Exotengärtnern für ein längeres Pflanzenleben. Und ganz nebenbei führt dieses entschleunigte Exotengärtnern auch zu einer Aufwands-Minimierung, finanziell und zeitlich. Alles wird etwas entspannter. Genau so soll es sein. |
Nachhaltigkeit |
|
Der eine oder andere wird jetzt vermutlich die Stirn runzeln. Kommt jetzt wieder so eine Klima-Predigt? Nein! Predigen will ich hier nicht. Auch ich möchte mich beim Exotengärtnern nicht unnötig einschränken. Exotische Pflanzen müssen halt etwas besser gehegt + gepflegt werden als einheimische Pflanzen. Das ist einfach unabdingbarer Teil des Hobbies. Aber: Nachhaltigkeit kann durchaus Spaß machen. So führt das oben erwähnte entschleunigte Exotengärtnern nicht nur zu einem entspannteren, sondern auch zu einem klimafreundlicheren Gärtnern. Weniger Bewässerung, weniger Dünger, weniger Stromverbrauch beim Winterschutz. Und sind wir doch mal ehrlich: jeder freut sich über Komplimente zu seinem außergewöhnlichen Garten. Und wenn man dann das häufig fallende „Umwelt-Aber“ auch noch weglächeln kann, dann wirds doch eine runde Geschichte. Geht mir auf alle Fälle so. I.ü. hat sich diesbezüglich auch unsere Photovoltaik-Anlage als „Feel good“-Projekt gegen das schlechte Gewissen erwiesen. Winterliches Beheizen von Pflanzen? – Klar. Aber alles rein mit grünem Strom… |
Erinnerungen |
|
Wachstum ist im Garten häufig kaum wahrnehmbar. Die Natur lehrt einen Geduld. Und Erinnerungen verblassen meist schneller, als der Garten wächst. Ich dokumentiere meinen Exotengarten daher seit Anbeginn sehr ausgiebig, nicht nur mit Fotos, sondern auch mit Zeichnungen, Listen und diversen Auswertungen. Um verblasste Erinnerungen wieder ins Gedächtnis zu rufen, um Fortschritt und Veränderungen im Garten nochmal vor Augen geführt zu bekommen. Was man auf „Fotos von früher“ dann immer wieder ganz überrascht feststellt… |




APPS
BLOG
THEMEN
WEBBOOK
eZINE
FORUM
FOTOS
ÜBER
LOGIN



