Auspflanzung von Exoten: Checkliste

Herbstzeit ist Pflanzzeit. Diese Faustregel gilt für viele einheimische Pflanzen. Für die meisten exotischen Pflanzen gilt diese Regel aber nicht. Auch sonst sind bei der Auspflanzung exotischer Pflanzen einige Dinge zu beachten…

Full screenExit full screen
Slider
Nr. Regel Beschreibung
1 Im Frühjahr pflanzen! Bedingt winterharte Pflanzen sollte man bereits im Frühjahr auspflanzen, so dass sie kräftig, gesund und gut angewurzelt in ihren 1. Winter gehen können. Besonders wichtig ist dies bei immergrünen Pflanzen, da diese auch im Winter über ihre Blätter Wasser verdunsten. Ist die Pflanze vor dem 1. Winter nicht ausreichend tief verwurzelt, ist die Pflanze bei gefrorenem Boden im Winter ggf. unterversorgt und kann vertrocken (‚Frosttrocknis‘).
2 Garten-Standort wie am Naturstandort! Der perfekte Standort im Garten ist dort, wo das Mikroklima dem Naturstandort-Klima der jeweiligen Pflanze am nächsten kommt. Jede signifikante Abweichung vom Naturstandort-Klima muss andernfalls mit entsprechend aufwändigen Schutz- + Pflegemaßnahmen kompensiert werden.
3 Windgeschützt + hausnah pflanzen! Um die frostigen Winter bei uns zu überstehen, sollte man exotische Pflanzen vorallem Richtung Nordosten windgeschützt pflanzen. Der Windschutz kann durch Mauern, Wände oder auch davor stehende Pflanzen erfolgen. Dabei ist ein hausnaher Platz empfehlenswert, da die Pflanze so im Winter von der Abwärme des Hauses profitieren kann.
4 Obstpflanzen sonnig pflanzen! Insbesondere exotische Obstpflanzen benötigen sehr viel Sonne, damit die Früchte bei uns ausreifen können. Es empfiehlt sich daher ein Standort auf der sonnigen Südseite des Hauses.
5 Nässeempfindliche Pflanzen in durchlässiges Substrat pflanzen! Insbesondere für Pflanzen aus trockenen Gebieten (tropische / subtropische Pflanzen, Wüstenpflanzen, einige mediterrane Pflanzen) empfiehlt es sich, Beete mindestens die ersten 20cm mit sehr durchlässigem Substrat auszuführen. Idealerweise verwendet man hierzu recht grobkörniges Schüttgut, also besser Schotter / Kies als Sand. Feiner Sand oder Kies sollte dagegen eher vermieden werden, da Wurzeln in dem Fall keine Luft bekommen und irgendwann verfaulen.
6 Nässeempfindliche Pflanzen regengeschützt pflanzen! Für nässeempfindliche Pflanzen – insbesondere Wüstenpflanzen wie Yuccas, Agaven oder Kakteen – ist eine Auspflanzung unter einem Dachvorsprung hilfreich.
7 Nässeempfindliche Pflanzen etwas erhöht pflanzen! Um Staunässe zu vermeiden, kann es insbesondere für nässeempfindliche Exoten (wie z.B. Yuccas, Agaven, Rauschöpfe, Kakteen) sinnvoll sein, diese etwas erhöht zu pflanzen, so dass Regenwasser gut abfliessen kann. Auf der anderen Seite läuft man bei erhöhtem Pflanzen Gefahr, dass das Beet bei Dauerfrost tiefer durchfriert und Frosttrocknis droht.
8 Pflanzen etwa 10cm tiefer pflanzen! Um dem Bodenfrost + der Gefahr der Frosttrocknis zu begegnen, bietet es sich bei bereits etwas größeren Pflanzen an, den Stamm / Stiel so tief in den Erdboden zu setzen, dass die Wurzeln erst etwa 10cm unter der Erdoberfläche beginnen.
9 Großes Pflanzloch! Insbesondere, wenn die Bodenart nur bedingt für die jeweilige Pflanze geeignet ist, sollte man das Loch ca. doppelt so tief und breit wie den Wurzelballen ausheben. Je nach Pflanze kann man so eine Drainage-Schicht und ein für die Pflanze perfekt abgemischtes Substrat einfüllen, bevor man den Wurzelballen einsetzt. So gelingt das Einwurzeln besser.
10 Wurzelreste entfernen! Mit den Wurzelresten entfernt man auch mögliche Bodenpilze, die in Symbiose mit der Vorgänger-Pflanze gelebt und den Boden chemisch für andere Pflanzen womöglich unbewohnbar gemacht haben.
In den rauen Gegenden Zentraleuropas

In den rauen Gegenden Zentraleuropas ist insbesondere zu beachten:

Nr. Regel Beschreibung
1 Auf alle Fälle im Frühjahr pflanzen! In rauen Gegenden sollte man exotische Pflanzen generell nur im Frühjahr pflanzen. Warum? Die Gefahr der Frosttrocknis ist gerade in den rauen Gegenden im 1. Winter extrem hoch. Pflanzt man im Frühjahr, so besteht Hoffnung, dass sich das Wurzelwerk bereits in Tiefen vorgearbeitet hat, wo der Boden auch nach mehreren Wochen Dauerfrost noch frostfrei ist.
2 Günstiges Mikroklima kann den Unterschied ausmachen! Die Freilandhaltung exotischer Pflanzen in den rauen Gegenden Zentraleuropas ist generell ein Ritt auf der Rasierklinge. Die (geschickte) Wahl des Auspflanzortes im Garten ist hierbei neben der Pflanzenauswahl sicher der wesentliche Faktor für den nachhaltigen Erfolg. Günstiges Mikroklima kann den entscheidenden Unterschied ausmachen und den erforderlichen Schutz- + Pflegebedarf maßgeblich reduzieren.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

Exoten-Konfigurator

Welche Exoten eignen sich für Deinen Garten?
HIER geht's zum Konfigurator!

TOP-Beiträge

HIER geht's zu den essentiellen Website-Artikeln.

Aktuelle Umfrage

Der Exotengärtner ist ...

Aktuelle Fotos

18-11-chinesische Hanfpalme 02 18-11-Wheeler‘s Rauschopf 01 18-11-chinesische Hanfpalme 01 18-11-01

Aktuelle Beiträge

Wheeler‘s Rauschopf: Winterschutz-Aufbau
Wheeler‘s Rauschopf: Winterschutz
Herkunft frostharter Exoten
Exotensaison 2018/19: eine Traumsaison!
Schwarzbraundorniger Feigenkaktus: Kaufgründe
Slider

Aktuelle Foren-Beiträge

Forensuche

Top