Japanische Faserbanane: Winterschutz Musa basjoo

Faserbananen gehören zu den Staudengewächsen, also Pflanzen, die, selbst wenn Scheinstamm und Blätter komplett erfroren sind, jährlich immer wieder aus dem Rhizom heraus austreiben und dabei ein beachtliches Wachstum an den Tag legen können. Der Winterschutz für Freiland-Bananen gestaltet sich entsprechend relativ einfach, zumindest, wenn man sich rein auf das Überleben des Rhizoms beschränkt.

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Kälteschutz

Obwohl die Faserbanane nur leichte Frosttemperaturen aushält, ist eine Freiland-Überwinterung auch in den rauen Gegenden Deutschlands möglich.

Das Rhizom einer Faserbanane verträgt kurzfristig Bodentemperaturen bis etwa –12°C. Die Scheinstämme vertragen etwa –5°C. Die Blätter sterben bereits bei erstem Frost ab.

Der Winterschutz zielt auf den Schutz des Rhizoms und der (ggf. leicht eingekürzten) Scheinstämme ab, nicht aber der frostempfindlichen Blätter.

Je nach Makro- und Mikroklima benötigt man mehr oder weniger starke Kälteschutz-Methoden. Ohne Kälteschutz kommt man mittelfristig nirgends in Deutschland aus.

Leichter Kälteschutz besteht aus einem einfachen Wurzelschutz, bei dem die Scheinstämme in Bodennähe abgeschnitten werden und der Wurzelbereich mit (zwingend trockenem) Mulch, Laub, Stroh oder Heckenschnitt bedeckt wird. Über eine 30cm-Mulchschicht wird der Wurzelbereich bereits 2-4° wärmer gehalten. I.d.R. treibt die Staude bei dieser Methode im Frühjahr wieder aus dem Rhizom aus, wird allerdings im darauffolgenden Sommer nicht höher als 2m und trägt keine Früchte, da Bananen erst am 3-jährigen Stamm Früchte tragen.

Mittlerer Kälteschutz hat das Ziel, die auf ca. 50-100cm eingekürzten Scheinstämme über den Winter zu bringen. So muss die Staude nicht Frühjahr für Frühjahr wieder bei Null anfangen. Möchte man die Banane zum Blühen + Fruchten bringen, sollte man die Scheinstämme mit etwa 1m Stammhöhe über den Winter bringen. Häufig findet die sogenannte ‚Karlsruher Kompostmethode‘ Anwendung. Dazu umbaut man die eingekürzten Scheinstämme mit Kanthölzern + Styropor- oder Styrodurplatten, mit einem Holz-Komposter oder z.B. ganz einfach mit Maschendraht / Maschengewebe und füllt den Innenraum dicht mit Kompost und sonstigen Gartenabfällen. Die Verrottung der Materialien setzt Wärme frei. Alternativ zur ‚Karlsruher Kompostmethode‘ kann der Innenraum auch einfach mit grobem Mulch, Stroh oder Laub gefüllt werden. Der Schutzbau benötigt ein Regendach (z.B. einen Regentonnendeckel), damit der Innenraum trocken bleibt. Zwischen Innenraum-Material und Regendach sollte eine kleine Luftschicht von etwa 20cm belassen werden, um Kondenswasser zu vermeiden. Man kann die Scheinstämme auch einzeln als Trennschicht in Vlies eingepacken, um einem Schimmeln der Stämme entgegenzuwirken.

Starker Kälteschutz erweitert den mittleren Kälteschutz um eine Beheizung, idealerweise über temperaturgesteuerte Heizkabel, die man innerhalb des Schutzbaus im Bodenbereich und entlang der Scheinstämme verlegt.

Statt Kälteschutz bietet sich alternativ auch das Ausgraben der Banane mit Überwinterung z.B. im Keller an. Diese Methode ist zeit- + kostengünstiger (Material, Strom) als der hier vorgestellte mittlere und starke Winterschutz, führt aber i.d.R. zu einem verringerten Wachstum der Banane in der nächsten Vegetationsphase.

Nässeschutz

Die Staude sollte möglichst trocken überwintert werden, da andenfalls Rhizom + Scheinstamm faulen und verrotten. Dazu umwickelt man den Schutzbau mit wasserdurchlässiger Unkrautfolie / Bändchengewebe, fixiert die Folie mit Spanngurten und deckt den Schutzbau mit einem Deckel ab. Das Bändchengewebe hat den Vorteil, dass die Pflanze atmen kann (Kondenswasser). Alternativ umwickelt man den Schutzbau mit wasserdichtem Material (Luftpolster-Folie, wasserdichter Sack), muss dann aber immer wieder lüften, wenn es das Wetter zulässt.

In frostfreien Phasen wird über die Wurzeln und die abgeschnittenen Scheinstämme Feuchtigkeit in den Schutzbau transportiert. Um dem entgegenzuwirken, bietet es sich an, die Stammenden mit feuchtigkeitsbindendem Material einzuhüllen. Hierzu bieten sich z.B. Babywindeln an.


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