Bewässerung von Exoten: Fehlersuche Freilandexoten in den rauen Gegenden Deutschlands

Die optimale Bewässerung von Pflanzen ist die Königsdisziplin für den viel-zitierten ‚grünen Daumen‘. Woran erkennt man, ob man zu viel oder zu wenig gegossen hat und was kann man in diesem Fall tun?

Wie eine Pflanze angemessen gegossen werden sollte, hängt von vielen Faktoren ab, u.a.:

  • Pflanze: Art, Größe, Gesundheit, Etablierung
  • Boden: Art
  • Klima: Temperatur, Sonne, Regen

Während man bei einer Zimmerpflanze mit der Zeit ein gewisses Gespür für das optimale Gießverhalten entwickeln kann, lässt sich das angemessene Gießverhalten bei einer ausgepflanzten Pflanze nicht in eine einfache Rezeptur packen, da viele der oben gelisteten Parameter im Freien extrem variabel sind.

Die Kunst ist es daher vielmehr, die Signale der Pflanze frühzeitig richtig zu deuten, um sein Gießverhalten entsprechend anzupassen. Aber woran erkenne ich, ob eine Pflanze richtig oder falsch gegossen wurde?

Pflanzen zeigen zunächst über die Blätter an, dass es ihnen nicht gut geht. Bei falschem Gießverhalten (aber auch bei anderen Problemen!) werden die Blätter gelb. Leider lässt sich daraus nicht verlässlich ableiten, ob zu viel oder zu wenig gegossen wurde.

Klarheit kann man sich aber über die Wurzeln der betroffenen Pflanze verschaffen. Bei Kübelpflanzen reicht meist ein Herausheben aus dem Topf. Bei Freiland-Pflanzen muss man im Zweifelsfall ein wenig buddeln.

Sind die Wurzeln hellbraun, so sind sie gesund. In dem Fall wurde zu wenig gegossen.

Sind die Wurzeln schwarz, ggf. sogar schimmelig, so wurde zu viel gegossen. Solange nur Teile des Wurzelwerks betroffen sind, besteht noch Hoffnung.

Wurde die Pflanze übergossen, sollte die betroffene Pflanze schnellstmöglich aus der Erde befreit werden. Verfaulte Wurzelteile müssen abgeschnitten werden. Nun sollte man sich über einen neuen Standort Gedanken machen (Sonniger? Regengeschützter?). Bei ausgepflanzten Pflanzen sollte man daraufhin ein Pflanzloch ausheben, welches Minimum doppelt so breit und tief wie der Wurzelballen ist. Womöglich macht es auch Sinn, eine Drainageschicht im Kübel bzw. Pflanzloch vorzusehen. Nach neuerlichem Einsetzen der Pflanze sollte mit neuem und für die Pflanzenart geeigneten (!!!) Substrat aufgefüllt werden. Die nächsten Wochen sollte die Pflanze nur äußerst sparsam gegossen werden. Eine Regeneration der Pflanze kann je nach Schädigung mehrere Monate dauern. Wenn der Schaden zu groß war, kann die Rettungsaktion aber leider auch zu spät kommen…


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