Chinesische Hanfpalme: Winterschäden Trachycarpus Fortunei

Im Frühjahr ist im Internet in entsprechenden Palmenforen der Teufel los. Überall tauchen Fotos von mehr oder weniger stark geschädigten Hanfpalmen auf, verbunden mit Hilferufen betroffener Besitzer. Wie konnte das passieren? Besteht noch Hoffnung? Und was kann man nun tun?

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Immer wieder liest man, die größte Gefahr für Hanfpalmen im Winter sei der Nässeeintritt von oben in die Wachstumsöffnung. Das Wasser sammelt sich dort, gefriert und zerstört so das Palmen-Herz. Es wird daher dringend empfohlen, Hanfpalmen im Winter ein Regendach zu spendieren. Warum Nässeeintritt von oben kein Problem darstellt? Hier.

Auch Warnungen, wonach man vorallem den Stamm ganz dick einpacken sollte, weil ansonsten das Herz erfriert, sind selten die Ursache für winterliche Schäden oder gar Totalausfälle. Das Herz verträgt Temperaturen bis -17°C und ist durch Stamm und umgebende Hanffasern gut geschützt. Damit das Herz einer Hanfpalme durch Frosteinwirkungen stirbt, müssten über einen längeren Zeitpunkt Temperaturen unter -17°C anliegen. Das ist selbst in den rauen Gegenden Deutschlands äußerst selten der Fall.

Winterliche Schäden zeigen sich immer zunächst an den Wedeln. Die Wedel oder Wedelspitzen werden gelb, braun, vertrocknen oder werden rissig (siehe auch: Mangelerscheinungen + Krankheiten). Manchmal ist der Schaden bereits direkt beim Entfernen des Winterschutzes sichtbar, manchmal verschlechtert sich der Zustand erst im Laufe des Frühjahrs.

Letztlich lassen sich Winterschäden in 2 Kategorien unterteilen:

Reine Wedelschäden

Bei Frosteinwirkungen ab etwa -12°C kommt es zu Wedelschäden an der Hanfpalme. Wedel oder Wedelspitzen sind braun, ggf. auch rissig oder löchrig. Die betroffenen Wedelteile sind i.d.R. irreparabel geschädigt.

Wedelschäden sind nicht schön, die Hanfpalme wird es aber i.d.R. überstehen. Im Laufe des Frühjahrs generiert die Palme schnell wieder neue Wedel. Das Wachstum der Hanfpalme wird allerdings in den Folge-Monaten etwas verlangsamt sein. Und die Palme geht womöglich leicht geschwächt in den nächsten Winter.

Möchte man Wedelschäden vermeiden, so sollte man das Blattwerk im Winter ab etwa -10°C aktiv schützen.

Wedelschäden durch eingeschränkte Wurzelfunktion

Immergrüne Pflanzen benötigen auch im Winter eine gewisse Wasser-Grundversorgung. Während längerer Dauerfrostperioden kann es zu tiefem Bodenfrost kommen, wodurch die Wurzelfunktion eingeschränkt oder gar unterbrochen ist. Es kommt zu einer Unterversorgung (Wasser, Nährstoffe) von Herz und Wedeln. Frosttrocknis!

Im besten Fall führt dies nur zu gelbstichigen Wedeln (Nährstoffmangel) oder zusammengeklappten Blättern (Wassermangel), ggf. aber auch zu braunen Blattspitzen oder komplett vertrockneten Wedeln. Der Zustand kann sich hierbei im Laufe des Frühjahrs durchaus zunächst weiter verschlechtern.

Hält die Unterversorgung länger an, so bildet das Herz unvollkommen-ausgebildetes Wedel-Gewebe, welches im Stamm stirbt und dann fault (sogenannte ‚Speerfäule‘). Entsprechende Wedel lassen sich anschließend sehr leicht ‚ziehen‘ (= aus der Wachstumsöffnung herausreissen), da sie am Stielanfang deutlich matschig-verfault sind. In diesem Fall dauert die Regeneration der Palme länger. Zunächst müssen die Wurzeln regenerieren, bevor die Palme wieder gesunde, neue Wedel bildet. Während der Regeneration heisst es ‚abwarten‘. Dünger + übermäßige Wassergaben sind in dieser Phase kontraproduktiv.

Hält die Unterversorgung weiter an, stirbt auch das Herz und fault in gleicher Weise (‚Herzfäule‘). Der Mittelspeer lässt sich (oft samt Herz) herausziehen. Das bedeutet das Ende der Palme.

Fazit

Der Tod für Hanfpalmen kommt in aller Regel von unten. Ein angemessener Wurzelschutz ist daher das A+O für das winterliche Überleben einer Hanfpalme.


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