Feigenkaktus: Steckbrief Opuntia

Der Feigenkaktus ist ein pflegeleichter, extrem frostharter, relativ nässetoleranter Kaktus. Einige der Arten sind in unseren Breitengraden quasi-winterhart. Einer Auspflanzung bei uns steht also nichts im Weg. Belohnt werden wir mit einer faszinierenden Pflanze mit wunderschönen Blüten und leckeren Früchten.

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Systematik

Der Feigenkaktus (Opuntia) ist eine Gattung in der Familie der Kakteengewächse (Cactaceae). Sie besteht aus knapp 200 Arten.

Systematik Name
Domäne Lebewesen mit Zellkern (Eukaryoten)
Gruppe Taxon (Archaeplastida)
Reich Pflanzen (Plantae)
Abteilung Gefäßpflanzen (Tracheophyta)
Klasse Bedecktsamer (Magnoliophyta)
Ordnung Nelkenartige (Caryophyllales)
Familie Kakteengewächse (Cactaceae)

Herkunft / Verbreitung

Den Feigenkaktus findet man in Gebirgsregionen im Südwesten der USA, in Chile und vorallem in Mexiko, meist in sehr warmen, kargen Gebieten mit sehr wenig Niederschlag.

Eigenschaften

Wachstum

Bestimmte Feigenkaktus-Arten können Wuchshöhen bis 10m erreichen.

Frosthärte

Generelle Frosthärte-Informationen zur Opuntia finden sich hier.

Sehen Glieder des Feigenkaktus im Winter glasig aus, so droht im Frühjahr das Verfaulen durch Frosteinwirkungen. Falls der Feigenkaktus im Winter geschädigt wurde, bietet es sich an, unbeschädigte Glieder abzuschneiden und diese zu bewurzeln. Die jüngsten Glieder haben hierbei die besten Bewurzelungschancen.

Habitus

Rhizom / Wurzelsystem / Meristem

Der Feigenkaktus ist ein Flachwurzler mit ausgedehntem Wurzelsystem. Triebabschnitte, Früchte und Blüten können i.ü. (zur Vermehrung) eigenständig Wurzeln bilden.

Wuchsform

Der Feigenkaktus wächst strauchig, manche Arten bilden auch einen Stamm. Bei älteren Pflanzen verholzt der Stamm von der Basis her.

Blätter / Dornen

Die eiförmigen, flachen Glieder (‚Triebabschnitte‘ bzw. ‚Sprossen‘) sind blaugrün, gelegentlich mit einem violetten Farbstich. Sie werden je nach Art bis zu 50cm lang, 30cm breit und 3cm dick. Sie sind wasserspeichernd (sukkulent), betreiben aber auch Photosynthese. Die Glieder übernehmen damit gleichzeitig die Funktion von Ästen + Blättern. Junge Sprosse des Feigenkaktus werden in Mexiko i.ü. in Streifen geschnitten und eingelegt als Salat oder Gemüse zum Verzehr angeboten.

In den Gliederachseln bilden sich Areolen, kleine grau-braune Büschel, aus denen zylindrische Blätter wachsen, die im Laufe der Saison wieder abfallen.

Auf den Gliedern befinden sich Glochiden, winzige weiße oder rotbraune, etwa 5mm lange Stachel-Büschel, die es ausschließlich in der Pflanzengruppe der Opuntien gibt. Jeder einzelne Glochiden-Stachel besteht aus mehreren hundert Widerhaken. Aus diesem Grund sollten Opuntien ausschließlich mit Pinzette, Grillzange o.ä. angefasst werden.

Aus einigen der Glochiden wachsen mittig weiße, gräuliche oder rotbraune Dornen, die bis zu 10cm lang werden können.

I.ü.: übermäßiges Giessen im Frühjahr kann zur Umwandlung von Blüten- in Blattknospen und damit zum Bilden neuer Glieder (statt Blüten) führen.

Blüten

Der selbstfertile (selbstfruchtende) Feigenkaktus bildet an den Rändern der Glieder i.d.R. zweigeschlechtige Blüten.

Er blüht etwa 2 Wochen zwischen Mai und August. Die bis zu 10cm großen Blüten sind je nach Art und Sorte gelb, orange, lachsfarben oder rot.

Früchte

Nach der Blüte bildet der Feigenkaktus zwischen August und Oktober Kaktusfeigen. Die zylindrischen, zunächst grünen Früchte verfärben sich mit der Reife gelb, rot oder violett. Sie werden bis zu 10cm lang und breit. Die Früchte sind meist bedornt.

Kaktusfeigen sind essbar. Dazu sollten sie allerdings bereits geerntet werden, sobald sich die Früchte leicht verfärbt haben. Kaktusfeigen sind süß-saure Beerenfrüchte, die als ganze Frucht, Saft oder Marmelade zum Verzehr angeboten werden. Um an das Fruchtfleisch der Kaktusfeige zu gelangen, sollte man zunächst die Stacheln entfernen, dann die Frucht halbieren und das Fruchtfleisch auslöffeln. Alternativ kann man mit einem Messer die Schale abziehen und dann das Fruchtfleisch in Scheiben oder Würfel schneiden.


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