Veredelung von Pflanzen

Warum vermehrt man Obstpflanzen i.d.R. aufwändig per Veredelung, statt einfach z.B. die Obstkerne leckerer Früchte auszusäen?

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Veredelung: was ist das?

Die Chip-Veredelung / Chip-Budding / Plattenokulation / Span-Veredelung ist eine Art der Augenveredelung (Okulation). Im Winter schneidet man dazu einen 1-jährigen Edelreiser und lagert ihn im Kühlschrank ein. Im folgenden Frühjahr werden bei der Unterlage im Bereich der angedachten Veredelungsstelle die seitlichen Triebe entfernt. Anschließend wird die Unterlage ca. 2-3mm tief leicht schräg nach unten eingeschnitten. 3cm oberhalb des 1. Schnitts erfolgt ein 2. Schnitt etwas steiler schräg nach unten, so dass ein Keil herausgeschnitten wird. Den Edelreiser schneidet man nun an einem schlafenden Auge so an, dass ein Keil entsteht, der exakt in den Schnitt der Veredelungsstelle passt. Der Keil muss entsprechend von der einen Seite ca. 2-3mm und von der anderen Seite ca. 3cm angeschrägt sein. Steckt man nun den Keil des Edelreises in die Veredelungsstelle, so müssen diese so ineinanderpassen, dass das Kambium (grüne Schicht unter der Rinde) beider Teile direkten Kontakt hat. Die Stelle wird mit Bast oder Gummiband umwickelt. Bei der Veredelung im Frühjahr müssen die Schnittstellen zusätzlich mit Baumwachs versiegelt werden. Bei der Sommerveredelung ist das nicht erforderlich.

Warum werden Pflanzen veredelt?

Gregor Johann Mendel konnte 1865 (‚Mendelsche Regeln‘) anhand der japanischen Wunderblume nachweisen, dass die Kreuzung einer reinerbigen rotblühenden und einer reinerbigen weißblühenden Pflanze mischerbige rosablühende Töchter ergibt. Kreuzt man nun in der nächsten Generation diese mischerbigen Pflanzen miteinander, dann spalten sich die Erbanlagen wieder auf und man erhält etwa 25% reinerbig rotblühende, 25% reinerbig weißblühende und 50% mischerbig rosablühende Pflanzen. Generell wirkt sich die Kreuzung nicht nur auf die Blütenfarbe aus, sondern z.B. bei Obstpflanzen auch auf Geschmack, Ertrag, Haltbarkeit, Krankheitsresistenzen usw..

Gängige Obstsorten sind derartige mischerbige Pflanzen, die, wenn man sie generativ vermehrt, vollkommen zufällige, neue Eigenschaften erhalten. Sät man also z.B. Kerne einer leckeren Frucht aus, so gibt es keine Sicherheit, dass die neu entstehende Pflanze genauso lecker ist.

Möchte man Pflanzen mit exakt den Eigenschaften der Mutterpflanze, so ist man daher auf vegetative Vermehrung angewiesen. Da die Stecklingsvermehrung bei Obstbäumen schwierig ist, bleiben nur Veredelungsverfahren (= Veredeln von Wildlingen / Unterlagen) wie das Pfropfen oder Okulieren.


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