Die Vespa-Gardasee-Tour war von langer Hand geplant. Die Vorfreude war riesig. Doch dann kam alles ganz anders…
Motivation |
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Es war alles von langer Hand geplant: ich wollte im Sommer 2023 unbedingt eine Italien-Tour mit meiner brandneuen, mintgrünen Vespa GTS 125 machen. Meine 1. längere Motorradtour und mein 1. Urlaub ganz alleine. Wie aufregend. Doch dann kam leider alles ganz anders. Der Vollständigkeit halber aber der Reihe nach… |
Reise-Planung |
| Tour |
| Hinfahrt Tag 1 (13.07.23): 197km |
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| Übernachtung (13.-14.07.23) |
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| Hinfahrt Tag 2 (14.07.23): 217km |
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| Übernachtung (14.-18.07.23) |
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| Rückfahrt Tag 1 (18.07.23): 166km |
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| Übernachtung (18.-19.07.23) |
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| Rückfahrt Tag 2 (19.07.23): 262km |
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| Gepäck |
| Koffertasche ‚Classic‘ von ‚Moto Nostra‘ (35l) |
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| Tunneltasche ‚TB1‘ von ‚Bagtecs‘ (16l) |
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| Helmfach |
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| Handschuhfach |
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| Reisebekleidung |
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| Aufenthaltsprogramm |
| Veranstaltungen |
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| POVs / POIs |
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| Strände |
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| Clubs / Bars / Cafes / Pizzerien |
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Reise-Bericht |
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Ursprünglich hatte ich den Trip vom 12.07. bis 19.07.23 geplant. Da ich für meine 1. Zwischenstation in Sterzing keine geeignete Übernachtungsmöglichkeit mehr fand, wurde der Start auf den 13.07. verschoben. Meine 1. längere Motorrad-Tour. Und mein 1. Urlaub ganz alleine. Am 13.07. ging es früh morgens gegen 8:00 bei uns daheim in München / Haar los. Nach wochenlang wunderschönem Wetter begann es genau zu Reisebeginn leicht zu regnen und hörte die gesamte Fahrt auch leider nicht mehr auf. Um nicht zu frieren, zog ich – entgegen meiner sonstigen Roller-Gepflogenheiten – meine Sicherheitskleidung an. Dazu eine normale Jeans. Ich kam trotz des schlechten Wetters ganz gut voran und erreichte – ziemlich durchnässt – etwa gegen 11:30 Uhr Innsbruck. Bis Sterzing nun nur noch knapp 60km. Im regnerischen Innsbruck suchte ich nach einem Imbiss. Ich wollte mich kurz ausruhen, den Hunger stillen und dann weiter. Dabei verfahre mich etwas und dann passierts: mit etwa 40-50km/h komme ich auf eine Straßenbahnschiene, die durch den Regen so glatt ist, dass mir das Vorderrad wegrutscht und sich die Vespa samt mir in Sekundenbruchteilen auf die Seite legt. Glücklicherweise kommen mir sofort 2 Frauen und 1 Mann zur Hilfe. Der Mann holte die Vespa von der Straße. Und die 2 Frauen kümmern sich rührend um mich. Im Gesicht blute ich etwas. Eine der 2 Frauen bietet mir an, in ihr auf der gegenüberliegenden Straße gelegenes Geschäft zu kommen, um etwas zu trinken und das Gesicht zu säubern. Es gibt doch noch richtig tolle Menschen! Im Endeffekt habe ich einige stärkere Prellungen am rechten Brustkorb und im Schulterbereich, an der rechten Hüfte und am rechten Knie davongetragen, dazu Schürfwunden im Gesicht und einen Cut an der Nase, wo das Visier offenbar reingedrückt hat. Die Stellen im Gesicht werden schnell blau und schwillen an. Und meinen rechten Arm und mein rechtes Bein kann ich nur noch unter Schmerzen bewegen. Auch die Vespa sieht nicht gut aus. Die rechte Seite ist vorne und hinten stark verkratzt. Die rechte Zierleiste ist aufgeschlitzt. Der rechte Spiegel und der rechte Bremshebel sind abgeschürft. Mein Helm-Visier ist verkratzt und meine Jeans hat ein kleines Loch. Was für ein scheiss Start! Nach knapp 1h fahre ich dann – voller Adrenalin und mit schlotternden Knien – trotzdem ohne Stop über den Brenner bis Sterzing weiter, hole mir noch kurz in einem Supermarkt etwas zu essen und lege mich ins Bett. Am nächsten Tag dann die Gewissheit: es geht nicht weiter. Die Schmerzen sind zu groß. So würde der Urlaub die reinste Quälerei. Und obwohl mich meine liebe Frau unbedingt mit dem Auto in Sterzing abholen will, lasse ich es mir nicht nehmen und setze mich gegen 8:00 wieder aufs Motorrad, um heimzufahren. Ich komme kaum auf die Vespa rauf und so sind die 2 unfreiwilligen Stops (1 Tankstop und 1 Verkehrskontrolle, weil ich zu schnell gefahren bin) eine echte Quälerei. In Innsbruck muss ich dann – zu allem Überfluss – wieder etwa 10 Straßenbahngleise kreuzen. Bei jeder Überfahrt läuft bei mir nochmal der Film ab, wie mein Vorderrad wegrutscht. Ich bin ja eigentlich hart im Nehmen, aber sowas macht schon was mit einem. Das Wetter ist dann auf der Rückreise genau so, wie ich es mir eigentlich für meinen Vespa-Trip gewünscht hatte: strahlender Sonnenschein und eine trockene Fahrbahn. Auf der Fahrt habe ich dann noch die eine oder andere Träne verdrückt. Mir war klar: mein großer Traum ist (zunächst) geplatzt… 🙁 Was die körperlichen Schäden betrifft, hatte ich wohl Glück im Unglück. Es war nichts gebrochen, wie der Notarzt in München am nächsten Tag feststellte. Aber ohne starke Schmerzmittel hätte ich die nächsten 4 Wochen wohl nicht ausgehalten. Und trotz Schmerzmitteln war jede Bewegung eine Qual. Für die Vespa ließ ich einen Kostenvoranschlag machen: 3.000€. Da ich die Vespa zum Glück Vollkasko versichert hatte, hatte ich abzüglich der Selbstbeteiligung einen Anspruch auf etwa 2.500€ bzw. 2.100€, falls ich die Vespa nicht reparieren ließe. Auf den Wertverlust von etwa 500€ für die nun als Unfallfahrzeug geltende Vespa hatte ich bei meiner Versicherung leider keinen Anspruch. Nachdem ich wieder erste kleinere Vespafahrten machte, merkte ich, dass das Rollern etwas zur Kopfsache wurde. Ich hatte immer mal wieder das Gefühl, dass mein Hinterrad wackelte oder mein Vorderrad wegrutschte. Dem war natürlich nicht so. Aber mir wurde klar: ich musste die Unfall-Vespa verkaufen. Mein Vespa-Händler bot mir für meine 4 Monate alte Vespa (Neupreis: 6.000€) gerade mal 800€ (!!!), empfahl mir aber fairerweise, die Vespa besser privat zu veräußern. Setzt man Neupreis abzüglich Kostenvoranschlag und Wertverlust an, hatte ich mir etwa 2.500€ erwartet. Ich inserierte die Vespa schließlich für 3.000€ und wurde von Interessenten fast überrollt. Schließlich verkaufte ich sie Mitte September für 3.000€ (+ 200€ für Gepäckträger und vordere Stoßstange). Und bereits 1 Woche nach Verkauf hatte ich eine Neue – eine schwarze Vespa GTS Super 300. Der nächste Italien-Trip konnte geplant werden… 🙂 |




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