Winterschutz von Exoten Freilandexoten in den rauen Gegenden Deutschlands

Möchte man sich den Traum von exotischen Pflanzen im eigenen Garten erfüllen, so stellt der angemessene Winterschutz der Exoten in unseren lang-anhaltenden, feucht-kalten Wintern die größte Herausforderung dar.

zur Gallerie

Full screenExit full screen
Slider
Wintervorbereitung

Zur Wintervorbereitung sollte man frostkritischen Pflanzen ab Anfang September ca. alle 4 Wochen bis maximal zum 1. Frost Kaliumdünger verabreichen. Darüber hinaus kann man ca. 1-2 Tage vor dem erwarteten Frost eine Kalium-Blattdüngung durchführen. Dieser Vorgang kann dann ca. alle 2 Wochen an frostfreien Tagen wiederholt werden. Desweiteren empfiehlt sich bei Frost das Einsprühen frostkritischer Pflanzen mit Wasser. Das Wasser gefriert und hüllt die Pflanze so in einen schützenden ‚Eismantel‘.

Pflanzen, die eng bzw. quasi luftdicht eingepackt werden, sollten ab Oktober alle 4 Wochen ein Fungizid (idealerweise ein Universal-Fungizid gegen eine Vielzahl von Pilzkrankheiten) auf die Blätter gesprüht bekommen.

Kälteschutz

Kälteschutz-Maßnahmen sollten spätestens 5° oberhalb der Frosthärtegrenze der jeweiligen Pflanze (als Pufferzone für nächtliche Temperaturschwankungen, Abstrahlung in sternenklaren Nächten, genetische Streuungen unter den Pflanzen, …) erfolgen, für Jungpflanzen, frisch ausgepflanzte oder schwache Exoten auch 10° oberhalb der Frosthärtegrenze. Bei anhaltenden Dauerfrostlagen sollte generell für einen geeigneten Winterschutz gesorgt werden.

Kälteschutzmaßnahmen lassen sich folgendermaßen abstufen:

Leichter Kälteschutz besteht aus einem einfachen Wurzelschutz, bei dem der Boden um die Wurzeln mit Mulch, Laub o.ä. bedeckt werden.

Mittlerer Kälteschutz erweitert den leichten Schutz um eine Umhausung oder Umhüllung, möglichst atmungsaktiv und idealerweise lichtdurchlässig. Je nach Pflanze bietet sich die Errichtung eines Schutzbaus oder auch nur eine einfache Verpackung an. Schutzbauten kann man fertig kaufen oder auch selber konstruieren. Zur Umhüllung / Isolation bieten sich – je nach Pflanze + Schutzbedarf – diverse Materialien mit unterschiedlichsten Eigenschaften an. Sobald es die Temperaturen zulassen, sollte man den Schutzbau unbedingt ausgiebig lüften, um Pilz- + Schimmelgefahr zu vermeiden.

Starker Kälteschutz erweitert den mittleren Schutz um eine Heizquelle, idealerweise über ein temperaturgesteuertes Heizkabel. Passiver Schutz (also Schutz ohne Heizquelle) kann das Eindringen der Aussentemperatur zwar verzögern, aber dauerhaft nicht verhindern. Ist es also längere Zeit sehr frostig, kommt man um eine Beheizung nicht herum. Um die Heizquelle automatisch temperaturabhängig zu schalten, ist der Einsatz eines Thermostats zu empfehlen. Für extreme Minusgrade bietet sich hierzu z.B. das beliebte UT-200 / UT-300 oder auch z.B. das sehr gute ITC-308 (von Inkbird) an.

Anregungen, wie man einen effektiven Kälteschutz gestalten kann, finden sich hier.

Nässeschutz

Nässeschutzmaßnahmen lassen sich folgendermaßen abstufen:

Leichter Nässeschutz ist durch geschickte Standortwahl erreichbar, z.B. unterhalb eines Dachvorsprungs, in Hauswandnähe oder hinter einer Wand, die die Agave Richtung Norden und Osten schützt.

Mittlerer Nässeschutz läßt sich durch Überdachung der Pflanze mit idealerweise lichtdurchlässigem Material wie z.B. Plexiglas, Doppelstegplatten o.ä. realisieren. Darüber hinaus kann man auch den Wurzelbereich vor Nässe schützen, indem man ihn z.B. mit Plastiktüten abgedeckt.

Starker Nässeschutz lässt sich durch eine Umhausung realisieren, mit der sichergestellt wird, dass auch bei stürmischem Wetter keine Nässe seitlich eindringen kann.

Anforderungen an Schutzmaßnahmen

Die Schutzmaßnahmen sollten folgende Kriterien erfüllen:

  • maximale Isolation gegen Kälte bzw. Nässe
  • Lichtdurchlässigkeit (insbesondere für immergrüne Pflanzen)
  • Atmungsaktivität (gegen Schwitzwasser) oder gute Belüftungsmöglichkeit
  • schnelle Auf- + Abbau-Möglichkeiten
  • Robustheit gegen Wind und Schnee
  • Hitzebeständigkeit bei Beheizung
  • Erweiterbarkeit (so dass der Bau über die Jahre mit der Pflanze ‚mitwachsen‘ kann)

Eine Checkliste, worauf man beim Winterschutz achten sollte, finden sich hier.

Fazit

Es ist nicht ganz trivial, einen effektiven Schutzbedarf für frost- und nässekritische Pflanzen im eigenen Garten zu realisieren, der Kreativität sind hier jedoch kaum Grenzen gesetzt.


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

Exotengärtner @ Facebook

HIER gehts zur FB-Gruppe:

Für Schnell-Leser

HIER gehts zu den TOP-Beiträgen - kurz + knapp auf den Punkt gebracht.

Aktuelle Umfrage

Der Exotengärtner ist ...

Aktuelle Fotos

19-05-08 19-05-07 19-05-06 19-05-05

Aktuelle Beiträge

Chinesische Hanfpalme: Winterschäden
Warzenkaktus: Steckbrief
Warzenkaktus
Hanfpalmen in Bayern: ein Erfahrungsbericht nach 5 Jahren
Hanfpalme ausser Rand + Band (Fortsetzung)
Slider

Aktuelle Foren-Beiträge

Hanfpalme
Gelbe Trachycarpus
Top