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Das Exotengärtner-Forum

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LLM Tools im Garten

Hey Tom!

Nachdem Du ja die vielen Tools geschrieben hast, und ich letztes Jahr mit meiner Pflanzendoku von Chatgpt so unzufrieden war, habe ich jetzt was Neues probiert. Claude hat Zugriff auf einen Ordner bekommen und darf dort meine Ergänzungen zu den Pflanzen in  Protokolle schreiben. Geht leider nicht am Handy, aber irgendwas ist ja immer.

Aber da deine Programmiererfahrungen ganz gut waren, wollte ich schauen, ob Claude meine Ecowitt Daten (ich habe zwei Wetterstationen und diverse Bodenfeuchte Sensoren im Garten) vernünftig per Skript auslesen kann. Ja, konnte er, Jetzt legt mir ein Cronjob auf dem Laptop wöchentlich die Wetterdaten der vergangenen Woche und die Vorhersage für die kommende Woche in einer Datei ab. Außerdem habe ich ja vier Webcams. Per Skript ziehe ich zweimal die Woche Bilder. Das LLM kann dann die Wetterdaten und den Status von Trachys, Phoenix und Washi anhand der Bilder  analysieren und mir eine Düngeempfehlung aussprechen...

Da ich Sorge habe, dass ich die Musa und die Phoenix irgendwann nicht mehr vernünftig gießen kann,  habe ich Rohre in die Erde geschoben. (Bis zur entsprechenden Wurzeltiefe, die unteren enden unten quer angebohrt für mehr Abfluss) und dann eine alte Mülltonne (siehe Bilder) umgebaut. Und jetzt kann ich die Tonne mit Wasser füllen, Düngemittel dazu, Schläuche in die Rohre und das System gießt ohne mich. Und wenn es ganz heiß ist könnte ich der Musa wahrscheinlich sogar ne Tropfbewässerung zugute kommen lassen...

Ich habe quasi die KI die Herrschaft über den Garten übernehmen lassen, ich bin ein Roboter aus Fleisch, der Wasser schleppt, Wedel entfernt, Unkraut jätet und Wedel/Speere misst.  🙂 Ich bin gespannt, ob ich am Ende des Jahres aus den ganzen Infos nen Schönes Fotobuch machen kann..

 

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tom

Hallo Christian,

ich habe absolute Hochachtung vor "Freaks" (im positivsten Sinn) wie Dir. Solche Projekte finde ich einfach nur geil. Was mich daran vorallem interessieren würde, sind die Erkenntnisse, die Du daraus gewinnen kannst. Nämlich: wieviel Wasser + Dünger und was für eine Düngerzusammensetzung ist bei welchem Wetter wirklich je Pflanzenart optimal? Das ist ja quasi eine wissenschaftliche Studie. Wow!

Kurz zu mir: ich bin ja nur ein Hobby-Coder. Ich kann ein bisserl html / css / js und habe vor vielen Jahren während meines Studiums auch mal in C / C++ / Matlab / ColdFusion / SQL etc. programmiert. Meine AppSuite ist von daher auch aus Programmiersicht jeden Tag wieder ein kleiner (und manchmal nervenaufreibender) Lernpfad für mich.

Bis dato deckt meine AppSuite ja eher die "User-Journey" von Pflanzen-Suche / -Kauf / -Auspflanzung / -Schutz bis -Pflege ab. Das Thema Mangelerscheinungen + Krankheiten -> Hilfe hatte ich bereits mehrfach als nächsten Schritt angedacht, aber bis dato immer wieder zurückgestellt. Im Prinzip wäre es genau das, was Du hier gerade implementierst: auf Basis von Fotos und Klimadaten gezielte Hilfs-Maßnahmen ableiten (was dann bei Dir sogar per smart garden direkt realisiert wird - wow!). Für die AI-Auswertung von Pflanzen-Fotos fehlt mir derzeit leider auch noch die zündende Idee, wie ich das hier überhaupt realisieren könnte...

Nochmal: absolute Hochachtung, was Du hier treibst!

Schönen Abend

Tom

Der Exotengärtner: Gärtnern im Grenzbereich

Hallo Tom!
Herzlichen Dank für das Kompliment Ich weiß, wie Du das meinst.
Ich habe 16 Bodenfeuchtesensoren im Garten verteilt und gehe im Sommer morgens in den Garten zum Gießen: Dabei orientiere mich mich an der angehängten Tabelle. Ich will abends eine gewisse Feuchtigkeit im Boden haben und versuche die Verdunstung im Boden Proaktiv aufzufangen, damit die Pflanzen möglichst keinen Trockenstress haben. Und das merken sie und stellen sich drauf ein.
Das InfrarotBild gibt der AI ein Gefühl für die Blattmasse der Pflanzen (insgesamt 4 Webcams verteilt). Mit der Wettervorhersage der kommenden Woche (Sonnenstunden, Temperatur) können wir abschätzen, wieviel Photosynthese wohl erfolgen wird. Dann wissen wir, was die Pflanze an Nährstoff braucht. Das rechnet die AI in g/l um. Wir schlagen 20% wegen Rindenmulch und Rasen auf, damit wir einen gewissen Puffer für Verlust haben. Außerdem schaue ich nach der Markierung die ich in der Vorwoche bei den Speeren und Wedeln gemacht habe. Wenn ich da gutes Wachstum sehe, machen wir so weiter. Ansonsten muss man schauen. (Rekord: Trachys mit einem Wedel und zwei Speeren jeweils 6cm in einer Woche. Mehr kann die Pflanze gar nicht. Die Washi hat ihre Speere teilweise 17cm pro Woche geschoben.)
Da wir mit dem Wetterbericht auch gleichzeitig eine Datenbasis von meinen Ecowitt-Wetterstationen der letzten Woche ziehen und die Daten der Infrarot-Bilder in einer CSV landen kann man auch abschätzen was da wirklich „passiert“.
Freitags wird dann die Düngemischung angesetzt, das Hakaphos darf sich über Nacht auflösen und das Wasser etwas wärmer werden. Samstags morgens dann etwas sparsamer gießen und dann die Düngung oben drauf.
Und ich bin ja voll flexibel: ich kann mir 280l mit 2g/l ansetzen, 150l auf die Trachys und die Washi verteilen und dann nochmal auffüllen um dem Rest nur 1,8 zu geben oder so..
Lustig: Bei YT sah ich letztes Jahr jemanden der ganz stolz berichtete, er gäbe seinen Trachys (die 150cm hoch scheinen) 10g Hakaphos auf 10l pro Woche. Und meine Zwerge bekamen 1,8g/l aber 30l 🙂 Der Erfolg gab mir recht. Keine Ahnung, wann ich auf Erhaltungsdosis umsteigen muss.
Bzgl der Blattmasse habe ich die AI angewiesen, Wachstum in der Düngemenge voll zu berücksichtigen, bei Stillstand könnte es ja auch sein, dass Wachstum auf dem Bild nicht sichtbar ist. Und Verluste können ja entstehen, weil ich trockene Wedel entferne. Das ist dann ja auch kein Grund weniger zu düngen.
Soweit ein genauerer Einblick ins System
Gruß
Christian
PS: Als alter Linuxer kann ich nur Bash. Und das dauert immer.. Ich glaube fürs Programmieren fehlen mir Gehirnwindungen
PPS: Such Dir gerne meine Mailadresse raus und schreib mich an, falls du Skripte oder was anderes brauchst.
PPPS: Ich habe mal Bilder der Trachys bei Ankunft 11/24 und nach 7 Monaten im Bett 9/25 angehängt. Ich musste mich ja jetzt durch die Anhänge testen 🙂

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tom

Hallo Christian,

alle Hochachtung, was Du da treibst. Finde ich superspannend, insbesondere, was sich daraus ableiten lässt, nämlich, wie gut eine Trachy in Abhängigkeit von Blattmasse, Größe, Wassergabe, Düngung und Klima wächst. Vielleicht lässt sich daraus ja bei genügend Daten eine "Zauberformel" ableiten?

Ich persönlich preferiere ja inzwischen das entschleunigte Exotengärtnern, auch (aber nicht nur deswegen), weil ich ein schnelles Wachstum eher verhindern will. Meine größte Trachy ist ab Erdboden bis oberste Blattspitze bereits über 4m. Da wird das winterliche Verpacken echt so langsam zum Problem. Die Vorstellung, die Trachy irgendwann dem rauen Winter bei uns in Bayern überlassen zu müssen, macht mich schon jetzt traurig.

Dir noch einen schönen Sonntag und nochmal vielen Dank für Deine Geduld mit den Dateiuploads hier...

Tom

Der Exotengärtner: Gärtnern im Grenzbereich

Hi Tom!

Von 36cm Stammwachstum bis 4 Meter habe ich wohl noch einiges Jahre vor mir und die Temperaturen sind so, dass die Trachys so durchkommen müssen.

Zu deiner Frage: Was ich dank LLM herausbekommen habe: die kleinen Trachys machen pro Wedel ca 0,5cm Stammwachstum die größeren -wenn alles passt-  bis zu 2cm. Ergo sind die "30cm in guten Jahren" nicht mehr auf "gute Jahre zurückzuführen", sondern man kann einfach sagen: 15 bis 18 Wedel sollten es in einer Saison werden, dann ist man da. Ich habe aber keine Ahnung, ob das immer dreier Pakete (zwei Speere, ein Wedel) oder sogar vierer Pakete (zwei Speere, zwei Wedel) sind, die da gleichzeitig schieben.

In meiner Saison sind also 10 vielleicht 12 Wedel möglich. Ergo 20 bis 24 cm... Aber auch das erst, wenn die Trachys größer sind: Meine Frau hat da letztes Jahr auf der 30cm hohen Sonnenliege neben der Trachy gelegen und gefragt: Wieviel Jahre bis ich da drunter liege? 🙂 Ich habe also einen Auftrag...

 

Was das LLM zu deiner Frage sagt:

Die kurze Antwort: Eine echte Zauberformel gibt es nicht – aber eine brauchbare Näherung, die aus echten Daten destilliert ist.

Was wir haben:

Wachstums_Index = ΔVegIndex × Solar_Wh × Temp_Faktor

  • ΔVegIndex: wöchentliche Änderung der Grünpixel-Quote pro Pflanze (aus Kamera-ROIs)
  • Solar_Wh: Sonnenstunden der Woche × mittlere Einstrahlungsleistung (Open-Meteo)
  • Temp_Faktor: normiert auf 25°C Optimum (Arrhenius-ähnlich, vereinfacht)

Der Wachstums_Index sagt dann: bei diesen Bedingungen wächst die Pflanze mit dieser Intensität – also braucht sie diese Nährstoffmenge.

Reale Kalibrierung 2025: Peak Juli/August: 1,8 g/L Hakaphos Grün, 30 L/Trachy/Woche. Das war kein theoretischer Wert – den hat mir der Sensor-Feedback-Loop eingeregelt. Darunter: sichtbarer Rückstand im VegIndex. Darüber: kein messbarer Mehrwert.

Was die Formel noch nicht kann: Nährstoffbedarf ≠ Photosyntheseleistung direkt. Zwischen beidem sitzt der Boden als Puffer. Deswegen messe ich Bodenfeuchte und -temperatur mit – erst wenn beides im Zielkorridor ist, macht Dünger überhaupt Sinn.

Die "Formel" ist also eher ein Regelkreis: Sensordaten → Wachstumsindex → Düngeempfehlung → nächste Woche Kontrolle. KI ist der Interpreter dazwischen.

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Soweit das LLM. Näher kämen wir wohl nur mit Echtzeitdaten ran und müssten irgendwelche Gase an den Pflanzen messen. Aber das ist nicht mehr bezahlbar. Lustig wäre es. Irgendwie ja auch pervers: Wir können die Pflanze durch Nährstoffgabe an ihr genetisches Maximum bringen.

So, ich muss das Gras in meiner Wildblumenwiese rupfen, und dann neu Säen, sonst haben die Insekten kein Futter dieses Frühjahr.

Grüße

Christian

Hi Christian,

erstmal vielen Dank für die wirklich hoch-spannenden Infos. Ich denke, Deine Näherung #Wedel -> Stammwachstum passt sehr gut. Trotzdem hängen die #Wedel ja vermutlich neben dem Alter der Palme, Boden, Dünger, etc. doch auch von dem Klima ab, also den "guten Jahren". Ich habe i.ü. von Leuten gelesen, die Stammzuwächse von 50cm und mehr pro Saison erzielt haben wollen... Deiner Frau kannst Du doch zumindest versprechen, dass sie sich in etwa 5 Jahren schon mal unter der Palme platzieren kann. Meine Challenge war seinerzeit i.ü., wann mein Sohn die Palmenkrone aus seinem Zimmer (1.Etage) erblicken kann...

Zur Zauberformel: klar, dass das nur ein Modell ist, also nur eine Näherung an die Realität. Dazu sind zu viele Parameter und Störgrößen im System. Meine Pflanzen-Apps basieren ja auch nur auf einem Modell, was aber hoffentlich besser ist als steile Thesen, wie sie in social media häufig aufgestellt werden, oder Pflanzenetiketten, die waghalsige oder klimaunabhängige Pflanzenversprechen machen („winterhart", "frosthart bis -17°C").

Was mich bei Deinem Modell interessieren würde: wie weit kann man Wasser und Dünger herunterfahren, bis wohin die Palme noch halbwegs vital bleibt. Das ist ja dann eine Art Untergrenze, die man Trachy-Neueinsteigern als Minimalempfehlung mitgeben könnte. Und auch das ist mit Deinem geschlossenen Regelkreis ja wunderbar ermittelbar.

Liebe Grüße

Tom

 

Der Exotengärtner: Gärtnern im Grenzbereich