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Kauf von Exoten: Checkliste Exotengarten-KnowHow


 

Als Exotengärtner sollte man schon beim Kauf auf gesunde, kräftige und klima-geeignete Pflanzen achten. Worauf man sonst noch achten sollte und welche Fehler sich vermeiden lassen…

Viele exotische Pflanzen sind nicht nur im Garten anspruchsvoller, sondern bereits beim Kauf. Entscheidend ist nicht allein der Preis, sondern ob die Pflanze gesund, kräftig, gut bewurzelt und für den eigenen Standort geeignet ist.

Die folgenden Regeln zeigen, worauf es beim Kauf exotischer Pflanzen wirklich ankommt – von der passenden Bezugsquelle über die richtige Pflanzenauswahl bis zur Kontrolle von Blattwerk, Wuchs und Wurzelballen.

Tipp 1 von 5

1. Die richtige Bezugsquelle wählen!

Die richtige Bezugsquelle wählen

Exotische Pflanzen bekommt man häufig im Spätherbst besonders günstig. Viele Händler möchten ihre Bestände vor dem Winter reduzieren, um beheizte Lagerfläche zu sparen. Wer zu dieser Zeit kauft, kann gute Schnäppchen machen.

Spezialisierte Online-Shops bieten meist die größte Auswahl, darunter auch seltene Arten und Sorten. Da man die konkrete Pflanze vor dem Kauf oft nicht sieht, sollte man Bewertungen, Lieferqualität und Verpackung besonders sorgfältig prüfen.

Bau- und Supermärkte sind oft sehr günstig, die Pflanzenqualität ist aber nicht immer optimal. Viele Pflanzen standen lange unter Kunstlicht, hohen Temperaturen oder intensiver Pflege und sind entsprechend weniger robust. Solche Pflanzen brauchen in den ersten Jahren meist mehr Schutz und Geduld.

Im Fachhandel zahlt man meist mehr, bekommt dafür aber häufig kräftigere, bereits gut etablierte Pflanzen. Außerdem kann eine kompetente Beratung zu Gattung, Herkunft, Frosthärte und Pflege besonders wertvoll sein.

2. Die richtige Pflanze wählen!

Die richtige Pflanze wählen

Reklameschildchen mit Begriffen wie "winterhart" oder konkreten Frosthärteangaben sollte man kritisch prüfen. Solche Angaben sind oft vereinfacht, werblich formuliert oder beziehen sich auf ideale Bedingungen, die im eigenen Garten nicht zwingend vorliegen.

Ob eine exotische Pflanze dauerhaft im Garten gedeiht, hängt von drei Faktoren ab: von der Pflanze selbst, vom Klima und Boden des Standorts sowie von der Bereitschaft des Gärtners, notwendige Schutz- und Pflegemaßnahmen umzusetzen.

Gerade bei Exoten können wenige Grad Frosthärte über Erfolg oder Misserfolg entscheiden. In raueren Lagen lohnt es sich deshalb, gezielt nach besonders frostharten Sorten innerhalb einer Pflanzenart zu suchen, statt automatisch die am häufigsten angebotene Standardsorte zu kaufen.

Als erste Orientierung kann der Exoten-Konfigurator helfen, passende Pflanzen für den eigenen Standort und die eigene Schutzbereitschaft zu finden.

3. Das richtige Pflanzenalter wählen!

Das richtige Pflanzenalter wählen

Das Alter einer Pflanze beeinflusst Robustheit, Anwuchs und Preis. Sehr junge Pflanzen sind günstiger, aber meist empfindlicher und langsamer in der Entwicklung. Ältere Pflanzen wirken zwar robuster, tun sich aber oft schwerer mit dem Anwachsen und der Umgewöhnung an neue Bedingungen.

Für die direkte Auspflanzung im Garten sind Pflanzen im Alter von etwa drei bis fünf Jahren häufig der beste Kompromiss. Sie sind bereits kräftig genug, aber noch jung genug, um sich gut an den neuen Standort anzupassen.

Wer jüngere Pflanzen kauft, kann sie zunächst einige Jahre im Kübel kultivieren, kräftiger aufbauen und im Winter geschützt überwintern. Das ist oft günstiger, erfordert aber mehr Geduld.

Wurzelnackte Pflanzen sollte man nur in der Dormanzphase, also im Frühjahr oder Herbst kaufen. Immergrüne Pflanzen sind dafür meist ungeeignet, weil sie keine echte Ruhephase haben und während Transport und Lagerung leichter austrocknen.

4. Gesunde Pflanzen kaufen!

Gesunde Pflanzen kaufen

Das Blattwerk sollte sattgrün, voll und vital wirken. Hellgrüne, gelbe, braune oder vertrocknete Blätter können auf Mangelerscheinungen, Pflegefehler, Wurzelschäden oder Krankheiten hinweisen.

Auch der Wuchs ist ein wichtiges Qualitätsmerkmal. Übermäßig lange, dünne Triebe deuten häufig auf vergeilte Pflanzen hin, die unter zu wenig Licht und zu warmen Bedingungen gezogen wurden. Solche Pflanzen sind oft weniger stabil und brauchen später mehr Schutz.

Krankheiten, Schädlinge oder deutliche Mangelerscheinungen sollte man beim Kauf nicht ignorieren. Sichtbare Flecken, Löcher, klebrige Beläge, Gespinste, Läuse oder kümmerlicher Wuchs sind klare Warnsignale.

Im Zweifel ist es besser, eine problematische Pflanze stehen zu lassen. Ein niedriger Preis gleicht schlechte Ausgangsbedingungen meist nicht aus.

5. Wurzeln unbedingt prüfen!

Wurzeln unbedingt prüfen

Gute Wurzeln sind die Grundlage für gesundes Wachstum und gutes Anwachsen. Wurzelnackte Pflanzen sind zwar oft günstiger, brauchen aber besondere Sorgfalt. Sie sollten nur im Frühjahr oder Herbst gekauft, feucht transportiert und vor der Auspflanzung gründlich gewässert werden.

Wichtig ist außerdem ein gutes Verhältnis zwischen Spross und Wurzel. Ist der oberirdische Teil sehr groß, das Wurzelwerk aber klein oder schwach, wächst die Pflanze meist langsamer und ist deutlich stressanfälliger.

Bei Containerpflanzen sollte der Topf gut durchwurzelt sein. Sind im Topf keine Wurzeln erkennbar, kann man vorsichtig prüfen, ob sich die Pflanze samt Ballen anheben lässt. So erkennt man, ob der Wurzelballen stabil und vollständig durchwurzelt ist.

Ist der Ballen sehr trocken, bröselig, kaum durchwurzelt oder riecht unangenehm, war die Pflege wahrscheinlich nicht optimal. Solche Pflanzen sollte man eher nicht kaufen.

Tipp 1 von 5


Wichtig: Der günstigste Kauf ist nicht immer der beste Kauf. Eine gesunde, kräftige, standortgeeignete und gut bewurzelte Pflanze spart später oft deutlich mehr Aufwand, Schutzmaßnahmen und Ausfallrisiko als ein billiges, aber schwaches Exemplar.

Weitere Informationen rund um Pflanzenauswahl, Standortbedingungen und die erfolgreiche Kultur winterharter Exoten finden sich im Exotengarten-KnowHow.