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Trachycarpus fortunei: 10 Jahre Mein Münchner Exotengarten 500m über NN

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    Seit 10 Jahren kultiviere ich nun Trachycarpus fortunei bei mir im Garten. Eine echte Erfolgsstory…


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    Trachycarpus fortunei: 10 Jahre 1
    Trachycarpus fortunei: 10 Jahre 2
    Trachycarpus fortunei: 10 Jahre 3
    Trachycarpus fortunei: 10 Jahre 4
    Trachycarpus fortunei: 10 Jahre 5
    Hanfpalme
    Hanfpalme
    Hanfpalme
    Hanfpalme
    Hanfpalme
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    Hanfpalmen sind mit großem Abstand die häufigst-anzutreffende Palme in deutschen Gärten. Aber doch immer noch so selten, dass Besucher häufig ungläubig vor meinem Garten stehen bleiben.
    Zurecht gilt die Trachycarpus fortunei als Einsteiger-Palme. So werden einem diese Palmen inzwischen in quasi jedem Gartencenter und Baumarkt für relativ kleines Geld angeboten. Sieht man aber im Frühjahr die unzähligen ‚Strohpuppen‘-Fotos erfrorener Hanfpalmen in Palmenforen, so wird klar: problemlos ist die Freilandhaltung leider nicht. Die vielbeworbene (und einfach falsche) Reduzierung der Winterhärte auf eine (in der Banalität ebenfalls falsche) Frosthärte von -17°C verleitet leider zur Sorglosigkeit…
    Ich hatte bei meiner standortältesten Hanfpalme über die bisherigen 10 Winter maximal leichten bis mittleren Frostschaden an den Blättern. Funktioniert hat das, weil ich mich vor dem 1. Winter ausgiebig bzgl. eines geeigneten Winterschutzes informiert hatte. Bedanken muss ich mich da wohl bei Familie, Freunden und Nachbarn, die mich bei Auspflanzung der Palme nur müde belächelt hatten: ‚Das funktioniert hier bei uns in Bayern nicht.‘ Mein Ehrgeiz war geweckt.
    Natürlich ist der Winterschutz-Aufwand nicht zu unterschätzen. Aber mit den Jahren entwickelt man effiziente Methoden, mit denen man den Winterschutz in etwa 30 Minuten errichten kann. Und da eine Trachycarpus i.d.R. problemlos den kompletten Winter eingepackt bleiben kann, hält sich der Aufwand dann doch in Grenzen.
    Der Stamm ist in den 10 Jahren etwa um 180cm in die Höhe gewachsen, also knapp 20cm pro Jahr. Das ist eher unterdurchschnittlich, wenn man Internet-Angaben von 30cm und mehr pro Jahr Glauben schenken will. Könnte ggf. an den langen Wintern bei uns in Bayern liegen. Spielt aber für mich auch keine Rolle. Im Gegenteil: mir wachsen die Hanfpalmen eh viel zu schnell. Ich habe schon jetzt große Probleme, die Hanfpalmen bei der Größe noch angemessen schützen zu können. Mir graust vor dem Tag, wo es einfach nicht mehr geht…
    Mit einem Umfang von 90cm hat meine Hanfpalme mit der Zeit einen kräftigen Stamm entwickelt. In den 10 Jahren hat sich der Stammumfang um etwa 40cm vergrößert.

    Seit der 6. Gartensaison blüht meine weibliche Trachycarpus unaufhörlich und liefert – von der männlichen Trachycarpus im gleichen Beet befruchtet – Jahr für Jahr viele Früchte (und damit Samen). Z.Z. kultiviere ich 5 Sämlinge in Töpfen, um sie bei entsprechender Größe auszupflanzen. Und vielleicht werden das irgendwann die Nachfahren ihrer Eltern, wenn ich diese nicht mehr adäquat schützen kann…
    Die 10 Jahre mit meiner Trachycarpus fortunei waren für mich eine wunderbare Reise. Mit der Hanfpalme ist meine Liebe zum ‚Garteln‘ überhaupt erst richtig entfacht worden. Und die ersten Überwinterungserfolge mit der Hanfpalme waren ganz sicher ein entscheidender Grund, warum ich meinen Garten sukzessive in einen Exotengarten verwandelt habe. Der Hanfpalme habe ich zu verdanken, dass ich dieses faszinierende Hobby des Exotengärtnerns entdecken durfte, dass ich so zu meinem 1. öffentlichen TV-Auftritt gekommen bin und dass dieser Blog entstanden ist, der mir – und hoffentlich auch dem einen oder anderen von Euch – viel Freude bereitet…