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Bewässerung von Exoten: Checkliste Exotengarten-KnowHow


 

Exotische Pflanzen haben oft einen anderen Wasserbedarf als einheimische. Worauf man bei der Bewässerung achten sollte und wie sich typische Gießfehler vermeiden lassen…

Auch exotische Pflanzen brauchen Wasser – allerdings oft in ganz anderer Menge und zu anderen Zeitpunkten als heimische Gartenpflanzen. Wer ihre natürlichen Lebensräume kennt, kann den Wasserbedarf deutlich besser einschätzen und viele typische Pflegefehler vermeiden.

Die folgenden Tipps zeigen, worauf es bei der Bewässerung wirklich ankommt – von der Wahl des richtigen Wassers über den tatsächlichen Wasserbedarf bis hin zur Förderung eines kräftigen Wurzelsystems.

Tipp 1 von 5

1. Richtig gießen!

Richtig gießen

Regenwasser ist für die meisten Pflanzen die beste Wahl. Es enthält deutlich weniger Kalk und Salze als Leitungswasser und entspricht damit dem Wasser, an das Pflanzen an ihren Naturstandorten angepasst sind. Gleichzeitig ist Regenwasser kostenlos und schont Ressourcen.

Auch die Wassertemperatur spielt eine Rolle. Sehr kaltes Wasser kann insbesondere bei wärmeliebenden Exoten einen Kälteschock verursachen, während sehr heißes Wasser Wurzeln schädigen kann. Ideal ist abgestandenes, lauwarmes Wasser.

Am besten gießt man früh am Morgen. Dann kann das Wasser tief in den Boden eindringen, bevor die Sonne für hohe Verdunstungsverluste sorgt. Gleichzeitig trocknen Blätter tagsüber rasch wieder ab, was Pilzkrankheiten vorbeugt. Abendliches Gießen erhöht dagegen häufig die Schneckenaktivität.

2. Wasserbedarf richtig einschätzen!

Wasserbedarf richtig einschätzen

Nicht jede exotische Pflanze benötigt wenig Wasser. Entscheidend ist nicht die Herkunft „Süden“, sondern das Klima am natürlichen Standort. Bananen stammen beispielsweise aus feuchtwarmen Regionen und haben einen deutlich höheren Wasserbedarf als Agaven oder Yuccas.

Auch Standort und Boden spielen eine große Rolle. Pflanzen in voller Sonne verdunsten mehr Wasser als Pflanzen im Schatten. Sandige Böden trocknen schneller aus als lehmige Böden und müssen deshalb häufiger bewässert werden.

Grundsätzlich gilt: Lieber seltener, dafür durchdringend gießen. So erreicht das Wasser auch tiefere Wurzeln und regt die Pflanze an, ein tieferes Wurzelsystem auszubilden. In schweren Lehmböden sollte man dabei Staunässe vermeiden.

Auch die Blattgröße liefert einen guten Hinweis auf den Wasserbedarf. Pflanzen mit großen, weichen Blättern verdunsten deutlich mehr Wasser als Arten mit kleinen, festen oder lederartigen Blättern.

3. Auch im Winter gießen!

Auch im Winter gießen

Viele Exoten sind immergrün und verdunsten deshalb selbst im Winter weiterhin Wasser über ihre Blätter. Nach längeren Frostperioden kann der Boden jedoch vollständig durchgefroren sein, sodass die Wurzeln kaum noch Wasser aufnehmen können.

An frostfreien Tagen sollte deshalb kontrolliert werden, ob der Boden bereits wieder aufgetaut ist. Ist das der Fall, kann vorsichtig gegossen werden. Dadurch lässt sich Frosttrocknis häufig vermeiden.

4. Wurzelwachstum fördern!

Wurzelwachstum fördern

Frisch ausgepflanzte Exoten sollten nicht dauerhaft verwöhnt werden. Wer ständig kleine Wassermengen direkt am Stamm ausbringt, fördert ein oberflächliches Wurzelsystem.

Etwas größere Gießabstände regen die Pflanze dazu an, aktiv nach Wasser zu suchen und tiefere Wurzeln auszubilden. Dadurch wird sie langfristig deutlich widerstandsfähiger gegenüber Trockenperioden.

Außerdem sollte nicht nur unmittelbar am Stamm gegossen werden. Eine großflächige Bewässerung fördert das Wurzelwachstum in die Breite und sorgt für ein stabileres Wurzelsystem.

5. Mulchen spart Wasser!

Mulchen spart Wasser

Eine Mulchschicht reduziert die Verdunstung erheblich und hält den Boden länger gleichmäßig feucht. Dadurch muss deutlich seltener gegossen werden.

Zusätzlich schützt Mulch den Boden vor starker Erwärmung im Sommer und vermindert Temperaturschwankungen. Gleichzeitig verbessert organisches Mulchmaterial nach und nach die Bodenstruktur und fördert das Bodenleben.

Besonders während heißer Sommermonate gehört Mulchen deshalb zu den einfachsten und wirkungsvollsten Maßnahmen, um Wasser zu sparen und Pflanzen gleichzeitig gesünder wachsen zu lassen.

Tipp 1 von 5


Wichtig: Nicht jede exotische Pflanze stammt aus trockenen Regionen. Der Wasserbedarf richtet sich immer nach dem natürlichen Standort der jeweiligen Art. Wer Klima, Boden und Wuchsform berücksichtigt, gießt meist deutlich erfolgreicher als nach einem festen Gießplan.

Weitere Informationen rund um Bewässerung, Düngung und die erfolgreiche Kultur exotischer Pflanzen finden sich im Exotengarten-KnowHow.