Vor 10 Jahren habe ich den 1. Beitrag in meinem 1. eigenen Blog gepostet – inzwischen sind es knapp 500. Was bleibt?
10 Jahre Gartenblog |
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Am 01.08.2015 – also vor 10 Jahren – habe ich meinen 1. Blog-Beitrag hier veröffentlicht. Es war ein Rückblick auf die zurückliegenden Gartensaisons 2011/12-2013/14. Inzwischen sind es knapp 500 Blog-Beiträge geworden. Foto: Gartenblog ‚Der Exotengärtner‘ (Header) Der Blog wurde in dieser Zeit immer mal wieder um neue Features erweitert. Zunächst der Exoten-Konfigurator, eine kleine WebApp, die einen in Abhängigkeit von klimatischen Randbedingungen und eigener Aufwandsbereitschaft gezielt bei der Suche nach geeigneten Exoten unterstützt. Dann Leser-Umfragen und das Exotengärtner-Forum, um mit Euch besser in den Austausch zu kommen. Und schließlich das Webbook und quartalsweise erscheinende eZines. Es hat sich also einiges getan in den 10 Jahren.
Tabelle: Blog-Features von ‚Der Exotengärtner‘ |
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Warum blogge ich immer noch? |
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Die platte Antwort lautet zunächst einmal: Weil mir das Dokumentieren meines Exotengartens weiterhin unfassbar viel Freude bereitet. Aber warum ist dem so? Hier meine 4 Erfolgsfaktoren: |
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| Erfolgsfaktor 1: Blogthema = Lieblingshobby | ||||||||||
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Im Frühjahr 2011, also vor über 14 Jahren, begann ich, unseren Garten sukzessive in einen (reinen) Exotengarten umzugestalten. Ein extrem facettenreiches Langfristprojekt mit Lern- und Optimierungsschleifen im Rhythmus der Jahreszeiten. Jede Pflanze hat ihre eigenen Bedürfnisse. Jede Saison erzählt ihre eigene Geschichte. Und die Natur hat ihre eigenen Gesetze. Anstrengend wird es, wenn Du über etwas schreiben sollst, wo Dein Interesse im Laufe der Zeit abnimmt, wo das Thema (generell oder für Dich) einfach nicht mehr die Relevanz hat. Das kann für das Bloggen ein echter Motivationskiller sein. Und irgendwann das Ende des Blogs bedeuten. Mein Enthusiasmus ist zum Glück weiterhin ungebrochen. Das Exotengärtnern ist (und bleibt) mein Lieblingshobby. Und das macht das Bloggen für mich so ungemein leicht… Fotos: Garten vom Exotengärtner |
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| Erfolgsfaktor 2: Wichtigster Kunde = ICH | ||||||||||
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Ich habe den Blog ursprünglich gestartet, weil ich nach einer Möglichkeit gesucht hatte, meine bis dahin verteilte Gartendokumentation (Fotos, Skizzen, Tabellen, Notizen, …) an einer Stelle zusammenzufahren. Ich hatte hierbei zunächst nur 1 Kunden vor Augen, nämlich mich selbst. Und – so blöd es klingt – das hat sich bis heute nicht geändert. Ich bin Hauptkunde meines Blogs. Ich dokumentiere entsprechend nur das, was ich (hoffentlich) selber nochmal brauchen kann. Ungeschönt und aufrichtig. Seien es Infos zu bestimmten Pflanzen, Schutz- und Pflege-Konzepte, chronologische Vergleichs-Tabellen oder Unmengen an Garten-Fotos. Und weil das so ist, weil ich genau diese Dokumentation meines Gartens unbedingt will, weil ich das entsprechend freiwillig + gerne tue, deswegen ist der Blog für mich keine Belastung, sondern essentieller Part des geliebten Exotengarten-Hobbies. |
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| Erfolgsfaktor 3: Kein Druck von außen | ||||||||||
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Es klingt so romantisch, wenn man die Chance hat, sein Hobby zum Beruf zu machen. Wenn aus Berufung Beruf wird. Es gibt aber auch die Kehrseite, wo einem das Professionalisieren die Freude am Hobby nimmt, weil aus Leichtigkeit und Spaß plötzlich Lieferdruck und Stress wird. Wenn Influencer nur noch hektisch mit ihrer Kamera rumlaufen, um Content zu produzieren. Wenn man liefern muss, obwohl es eigentlich gerade nichts zu liefern gibt. Wenn Sachen positiver dargestellt werden müssen als sie sind. Wenn Dich die Erwartungen von außen zu erdrücken drohen… Mein Blog ist absolut werbefrei, ohne jegliche finanziellen Interessen. Heißt: keine bezahlten Beiträge, keine Werbebanner, keine Affliate Links, kein Shop, kein zahlender Kunde. Nichts. Absolut independant. So kann ich ganz offen und ehrlich schreiben. Ich bin niemandem Rechenschaft schuldig. Ohne Termindruck. Zur Not gibt es halt mal 4 Wochen nichts von mir. Kein Problem! Und das heißt für mich: maximale Freiheit und Leichtigkeit. |
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| Erfolgsfaktor 4: Kein Druck von innen | ||||||||||
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Es kann ganz schnell gehen. Follower und Zugriffsstatistiken schnellen in die Höhe. Du bekommst positives Feedback. Erste Kooperationsanfragen schneien vielleicht rein. Erste Erfolge stellen sich ein. Und schon bist Du angefixt. Was, wenn ich noch etwas mehr Content kreiere, weitere Social-Media-Kanäle bespiele, mich in Fachforen stärker einbringe oder ein bißchen mehr in ungeliebte SEO-Arbeit stecke? Wenn die Grenzen der eigenen Ambitionen sich peu a peu zu verschieben beginnen. Bei mir war der 05.04.21 so ein potentieller Kipppunkt: mein 1. (unverhoffter) TV-Auftritt in der Gartensendung ‚Querbeet‘ (im bayrischen Rundfunk). Wenn schon das Fernsehen darüber berichtet, dann hat das Thema doch ggf. Potential für mehr?!? Muss man sowas dann nicht vergolden? Noch mehr Aufwand betreiben? Da geht doch was! Ich habe es nicht getan. Ehrlicherweise wurde mir die Entscheidung auch etwas abgenommen. Ich habe einen Fulltime-Job, habe Freunde und Familie und neben dem Exotengärtnern auch noch andere spannende Hobbies. Ein ‚Mehr‘ bekam ich zeitlich einfach nicht mehr unter. Es ging einfach nicht, selbst wenn ich gewollt hätte. Ein Mahnmal ist für mich die wundervolle Silvia Appel aka ‚Das Gartenfräulein‘. Sie hat seit Jahren einen extrem erfolgreichen, tollen Gartenblog, bespielt intensiv alle relevanten Social-Media-Kanäle und schreibt nebenbei auch noch Bücher. Völlig unvermittelt zog sie dann 2025 die Reißleine. Seither ist ihr Blog nahezu tot. Ihr letzter Blog-Beitrag ist 4 Monate alt. Und auch die Social Media-Präsenz hat stark abgenommen. In ihrem letzten Instagram-Post vor 3 Monaten schreibt sie u.a.: ‚Ich liebe das Gärtnern nach wie vor – aber ich will mich davon nicht (auch noch) stressen lassen.‘ Es wurde ihr offenbar alles zuviel… Und genau das habe ich zum Glück bis dato vermeiden können. Ich will nicht müssen, sondern wollen. Ich will mich nicht treiben lassen. Sondern genau das tun, wonach mir gerade ist. Und zwar so, wie es mir beliebt. |
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Und wie soll es weitergehen? |
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Ich bin ein Hobby-Blogger, der über sein Hobby-Projekt berichtet. Eine One-Man-Show. Nebenberuflich. Ohne professionellen Background, weder als Gärtner noch als Blogger oder Fotograf. Wenn ich nicht (erheblich) mehr Aufwand in meinen Blog und dessen aktive Vermarktung stecke, dann habe ich mit knapp 200.000 Zugriffen pro Jahr wohl die Obergrenze des Machbaren erreicht, gerade für ein Nischenthema wie das Exotengärtnern.
Tabelle: Statistiken von ‚Der Exotengärtner‘ |




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