Australischer Taschenfarn: Steckbrief Dicksonia antarctica

Der australische Taschenfarn ist einer der frosthärtesten Baumfarne, den man mit starkem Winterschutz auch bei uns ausgepflanzt durch den Winter bekommen kann.

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Systematik

Dicksonia ist eine Gattung in der Ordnung der Baum- bzw. Taschenfarne (Cyatheales).

Herkunft / Verbreitung

Baumfarne gehören zu den ältesten existierenden Pflanzen und zählen zu den sogenannten Urweltpflanzen, die bereits von Dinosauriern verspeist wurden. Der Baumfarn kommt ursprünglich aus Tasmanien und den ostaustralischen Bergwäldern. Inzwischen findet man den Baumfarn auch im tropischem Amerika. Baumfarne wachsen im Unterholz von Ur- + Regenwäldern, leben also im Schatten oder Halbschatten.

Eigenschaften

Wachstum

Der Stamm des Baumfarn kann bis zu 4m hoch und bis zu 40cm breit werden, mit einem Stammwachstum von 5cm pro Jahr (aber ohne Dickenwachstum). Er kann bis zu 400 Jahre alt werden.

Frosthärte

Der Dicksonia antarctica verträgt kurzfristig Temperaturen bis etwa -10°C. Die Wedel halten i.d.R. bis ca. -3°C aus.

Habitus

Rhizom / Wurzelsystem / Meristem

Das Wurzelsystem bildet sich in einem Umkreis von bis zu 1.5m um die Stammbasis herum.

Stamm

Baumfarne sind einstämmig und haben einen palmenartigen Wuchs. Der Stamm ist ähnlich wie eine Palme mit Leitbahnen und Meristem aufgebaut, ist aber darüber hinaus an den Blattbasen mit Wurzeln überzogen.

Aus diesem Grund liest man oft fälschlicherweise, dass sich ein Baumfarn rein über den Stamm versorgt und die Wurzeln nur dazu dienen, dem Farn Halt zu geben. Oder man liest, dass nur das obere Drittel des Stamms lebt, während der untere Teil nur aus abgestorbenem Material besteht. So gibt es im Internet Beispiele, wo Leute den Stamm ihres Baumfarns einfach in Beton einbetoniert haben oder den Baumfarn auf ein abgestorbenes Stück Stamm aufpfropfen, um so schnell und einfach zu einem sehr großen Baumfarn zu kommen. Fakt ist: der Stamm eines Baumfarns ist vollständig lebendig und Baumfarne versorgen sich sehr wohl auch über das unterirdische Wurzelwerk. Ggf. reicht es aus, einen Baumfarn rein über den oberirdischen Stamm zu versorgen, für ein gesundes, kräftiges Wachstum reicht das aber i.d.R. nicht.

Blätter

Baumfarne entwickeln bis zu 60 gefiederte Wedel, die bis zu 3m lang werden können. Sie erscheinen zunächst eingerollt als behaarte Schnecke und rollen sich dann – farntypisch – aus. Die eingerollten Farnwedel werden wegen ihres charakteristischen Aussehens auch Bischofsstab oder Geigenkopf genannt. An den äußeren Enden der Blattwedel sitzen Nektarien, die zuckerhaltigen Saft produzieren und so Insekten anlocken. Wedel und Sporen sind giftig. Der Baumfarn ist immergrün. Ein Absterben der Wedel im Winter ist jedoch nicht tragisch, da sich im Folgejahr schnell neue Wedel bilden. Neue Wedel werden während der kompletten Vegetationsphase von Frühjahr (ab Anfang März) bis Herbst gebildet. Im Herbst gebildete Wedel rollen dann je nach Klima erst im zeitigen Frühjahr aus.

Blüten

Baumfarne entwickeln keine Blüten. Sie vermehren sich stattdessen über auf der Blattunterseite reifende Sporen.


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