Olivenbaum: Steckbrief Olea europaea

Der Olivenbaum, auch ‚echter Ölbaum‘ genannt, ist der Inbegriff des mediterranen Flairs. Sein knorriger Stamm, die silbrig anmutenden Blätter und seine leckeren Früchte machen ihn zu einem ganz besonderen Highlight im eigenen Garten…

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Systematik

Der Olivenbaum (Olea europaea) gehört zur Gattung der Ölbäume (Olea) in der Familie der Ölbaumgewächse (Oleaceae).

Es gibt mehrere Unterarten (u.a. den echten europäischen Olivenbaum = Olea europaea L. subsp. europaea) mit über 1000 Sorten. Bestimmte Sorten kommen nur lokal in einzelnen Dörfern vor.

Systematik Name
Domäne Lebewesen mit Zellkern (Eukaryoten)
Gruppe Taxon (Archaeplastida)
Reich Pflanzen (Plantae)
Abteilung Gefäßpflanzen (Tracheophyta)
Klasse Bedecktsamer (Magnoliophyta)
Ordnung Lippenblütlerartige (Lamiales)
Familie Ölbaumgewächse (Oleaceae)
Herkunft / Verbreitung

Die Olive kommt im Mittelmeergebiet, im Nahen Osten und in Südafrika vor.

Eigenschaften

Wachstum

Der Olivenbaum wächst sehr langsam, erreicht aber, da er mehrere hundert Jahre alt werden kann, je nach Sorte Wuchshöhen bis 20m. Der älteste Olivenbaum der Welt befindet sich auf Kreta, ist ca. 4000 Jahre alt und von der Unesco als Kulturerbe ausgerufen worden.

Als Faustformel gilt: pro Jahr nimmt der Stammumfang ca. um 1cm zu. Im Umkehrschluss heißt das: ein Olivenbaum mit 50cm Stammumfang ist ca. 50 Jahre alt.

Frosthärte

In den rauen Gegenden Deutschlands mit angemessenem Schutzaufwand auspflanzbar gelten diese Olivensorten.

Habitus

Rhizom / Wurzelsystem / Meristem

Der Olivenbaum ist ein Flachwurzler mit bis zu 1m tiefen Wurzeln. Nur bei sehr lockerem Boden entwickelt der Olivenbaum vereinzelt bis zu 5m tiefe Wurzeln.

Stamm

Der Olivenbaum wächst als Baum oder Strauch. Die grüngraue, anfangs glatte Rinde wird im Alter zu einer knorrigen Borke. Der Stamm ist im Alter oft innen hohl + bekommt zahlreiche Vertiefungen + Verwachsungen.

Blätter

Der Olivenbaum ist eine immergrüne Pflanze. Der Blattstiel ist 2 bis 5mm lang. Die Blätter sind gegenständig angeordnet, lanzettlich oder elliptisch, ledrig und schmal, bis 10cm lang und 2cm breit. Die Blattoberseite ist graugrün. Die Blattunterseite ist silbrig glänzend. Alte Blätter werden jahreszeitunabhängig abgeworfen.

Blüten

Olivenbäume bilden nur dann Blüten, wenn sie im Laufe des Winters gewisse Temperaturen (je nach Sorte etwa 5°C) unterschreiten. Aus diesem Grund werden Oliven z.B. in den Tropen nicht angebaut.

Olivenbäume blühen am letztjährigen Holz. Abhängig von den klimatischen Bedingungen am Standort im jeweiligen Jahr beginnt die Olivenbaum-Blüte bei uns i.d.R. zwischen Ende Mai und Ende Juni. Die Blütenstände bestehen jeweils aus bis zu 40 weißen oder gelben Blüten. Die Blüten sind zwittrig.

Es gibt selbstfertile (selbstfruchtende) und selbststerile Olivensorten. Möchte man als Hobbygärtner Oliven ernten, empfiehlt sich eine selbstfertile Sorte wie beispielsweise ‚Arbequina‘. Die Bestäubung erfolgt i.d.R. per Windbestäubung. Nasses Wetter während der Blüte minimiert daher den Fruchtertrag.

Früchte

Olivenbäume tragen etwa nach 10-20 Jahren erstmals Oliven. Die Olivenfrucht ist eine einsamige, ellipsoide Steinfrucht mit einer Länge bis 4cm und einem Durchmesser bis 2cm. Der Fruchtertrag schwankt im 2-jährigen Rhythmus (sogenannte Alternanz). Am ertragreichsten ist ein Olivenbaum nach etwa 20 Jahren. Hoher Niederschlag, Kälte und Hitzewellen wirken negativ auf die Fruchtentwicklung. Damit Oliven ausreifen, sollten sie bereits Ende Juni etwa die Größe eines Pfefferkorns erreicht haben.

In Südeuropa erfolgt die Ernte traditionell Anfang November nach den Allerheiligen, heutzutage z.T. auch schon früher. Bei uns reifen Oliven nur in sehr warmen Jahren aus. Oliven sind zunächst grün und werden erst mit steigender Reife schwarz. Die Farbe der Oliven hat also nichts mit der Sorte zu tun. Schwarz geerntete Oliven sind weicher, haben ein milderes Aroma und sind wesentlich kalorienreicher als grün geerntete Oliven. Für viele Olivenöle werden grüne und (direkt nach dem Farbwechsel geerntete) schwarze Oliven gemischt. Oliven sind generell erst nach mehreren Wasserbädern, durch die sie ihre Bitterstoffe verlieren, genießbar.


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