Hue (Philips) Garten-Produkte im Praxistest

Wenn es um smarte Funk-Beleuchtungssysteme geht, reden wir von 2 Systemen: dem Platzhirschen Philips Hue und seinem ärgsten Konkurrenten Osram Lightify. Wo punktet das Hue-System?

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Allgemein

Funk-Beleuchtungssysteme sind komfortabel über das Smartphone oder das Tablet bedienbar und bieten in Haus und Garten tolle Möglichkeiten, um ein ansprechendes Ambiente zu schaffen. Ich persönlich habe die Bridge (V2.0), diverse E27 RGBW, 1 GU10 RGBW, 2 LightStrips+ und 1 Tastenschalter im Einsatz.

Funktionalität

Das Herz des Systems ist die sogenannte ‚Philips Hue Bridge‘. Sie wird einfach in eine Steckdose gesteckt und per LAN-Kabel mit dem Router verbunden. Eine kabellose Verbindung per WLAN ist nicht möglich. Die Bridge muss also immer in unmittelbarer Nähe des Routers platziert werden. Gut 3 Jahre nach Erst-Veröffentlichung ist die Bridge 2016 überarbeitet worden. Die V2.0 ermöglicht insbesondere die Integration in Apple’s ‚HomeKit‘ (und damit die Kopplung mit anderen ‚HomeKit‘-kompatibelen Komponenten) und die Sprachsteuerung (Siri) der Lampen über das Smartphone.

Die Bridge wird über die App durch ein Betätigen der Taste auf der Bridge automatisch verbunden. Einzelne Lampen oder Leuchtmittel lassen sich daraufhin in der App hinzufügen. Die Hue Bridge akzeptiert neben den eigenen Hue-(and friends)-Produkten auch die günstigeren Konkurrenzprodukte von Osram (Lightify). Der Support für die Lightify-Produkte wurde kurzzeitig Ende 2015 aus der App entfernt, aber nach massiven Protesten der Kunden schnell wieder integriert.

Die Philips Hue-Produkte lassen sich auch über andere Systeme (z.B. Qivicon, FHEM) steuern. Die Bridge ist dazu aber zwingend erforderlich.

Philips Hue funkt – genau wie Osram Lightify – über das ZigBee-Protokoll. Ein kleiner Vorteil dieses Protokolls: Funk-Reichweite ist in sofern kein Thema, dass jede ZigBee-Komponente das Netzwerk erweitert und so theoretisch ein unendlich langes Netzwerk aufgebaut werden kann.

Möchte man die Lampen oder Leuchtmittel von unterwegs, also außerhalb des eigenen Heim-Netzwerkes steuern, so muss man sich ein Konto bei meethue.com einrichten und sich in der App mit dem Konto einloggen.

Die App ist vom Funktionsumfang her ähnlich wie beim Konkurrenten Osram Lightify. Lampen sind einzeln oder in Gruppen ansteuerbar. Ich kann über den Sperrbildschirm (über ein Widget) des Smartphones / Tablets einzelne Szenen komfortabel an- und abschalten, ich kann Timer setzen, etc..

Neben der offiziellen Philips App gibt es diverse Alternativ-Apps, die z.T. tolle Zusatz-Funktionen bieten. Richtig gut finde ich in dem Zusammenhang die App ‚Hue Disco‘, bei der die Hue-Lampen im Takt der Musik geschaltet werden, wenn über das Mikrophon des Smartphones Töne wahrgenommen werden.

Philips Hue-Produkte lassen sich in eine Vielzahl anderer Systeme integrieren, u.a. Qivicon, Nest, Logitech Harmony oder RWE Smarthome. Auch eine Integration in das Amazon Echo-System und den Dienst ‚IFTTT‘ ist möglich. Die App ‚IFTTT‘ bietet die Möglichkeit, über sogenannte Rezepte verschiedene Dienste logisch zu koppeln. So könnte die App beispielsweise eine Hue-Lampe anschalten, wenn meine Netatmo-Wetterstation Frost meldet.

Design

Die Hue Bridge ist angenehm kompakt. Die Leuchtmittel sind etwas größer und schwerer als gewöhnliche Leuchtmittel.

Die offizielle Philips Hue-App ist funktional stimmig aufgebaut + läßt sich intuitiv bedienen.

Garten-Eignung

Offiziell bietet Philips Hue (and friends) keine Produkte für den Aussenbereich. Ich hatte aber Classic E27 RGBW über einen längeren Zeitraum – auch im Winter – bei mir im Garten – allerdings in geschlossenen Fassungen – ohne Probleme im Einsatz. Aktuell habe ich LightStrips+ und eine Hue Go geschützt unter der Pergola – ebenfalls ohne Probleme – im Einsatz.

Egal ob Philips Hue oder Osram Lightify oder auch jedes andere ähnliche Produkt: jeder sollte ein smartes Funk-Beleuchtungssystem – idealerweise als RGBW-Variante – in seinem Garten haben. Damit wird der Garten nachts zu einem echten Spektakel, ganz einfach und total lässig per Smartphone, Tablet oder Sprachsteuerung geschaltet.

Qualität

Die bei mir im Einsatz befindlichen Leuchtmittel zeigen bis dato keine Qualitätsprobleme.

Ältere Generationen der Leuchtmittel konnten Blau- + Grüntöne leider nicht farbecht darstellen. Seit der 3. Generation (ab 2016) sind die Leuchtmittel über das ganze Farbspektrum farbecht.

Die App funktioniert i.d.R. ohne Probleme und schaltet auch eine Vielzahl von Lampen nahezu ohne Verzögerung.

Preis

Im Vergleich zum direkten Konkurrenten Osram sind vergleichbare Produkte von Philips im Schnitt ca. 20-25% teurer. Die App ist kostenfrei. Alternativ-Apps kosten i.d.R. ein paar Euro.

Bewertung

Hue ist ein ganzes Stück teurer als sein Konkurrent Osram Lightify. Dafür bekommt man bei Philips ggü. Osram (siehe: Osram Lightify: Praxistest) ein verlässlich funktionierendes Produkt und auf der Softwareseite eine Vielzahl weiterer Möglichkeiten.

Eine Übersicht über alle Produkttests findet sich in der Bestenliste.

Philips Hue
3.9 GESAMT
Funktionalität
Design
Garten-Eignung
Qualität
Preis

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