Nachhaltiges Exotengärtnern

Als Gärtner hinterlässt man einen ökologischen Fußabdruck, sowohl bei der Anlage des Gartens als auch durch Pflege- + Schutzmaßnahmen der Pflanzen. Als Exotengärtner ist der ökologische Fußabdruck vermutlich noch ein Stück größer. Was kann man tun, um den ökologischen Fußabdruck möglichst gering zu halten, um nachhaltig zu gärtnern?

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Zunächst: Gärtnern ansich ist auf alle Fälle aus Umweltsicht eine prima Sache. Ein Baum absorbiert in seinem Leben etwa 1 Tonne CO2, was in etwa dem Ausstoß eines PKWs nach gefahrenen 10.000km entspricht. Ein Garten bietet darüber hinaus vielen einheimischen Tieren einen Lebensraum. Auf der anderen Seite kann man die Umwelt durch übermäßige oder falsche Schutz- + Pflege-Maßnahmen auch unnötig belasten.

Als Exotengärtner sollte man daher idealerweise nur exotische Pflanzen im Garten auspflanzen, die winterhart sind und einen ähnlich geringen Wasser- + Düngebedarf wie unsere einheimische Pflanzenwelt haben. Damit scheiden 99% aller exotischen Pflanzen aus, was den Exotengarten ad absurdum führt. Möchte man auf diese Exoten nicht ganz verzichten, ist ein nachhaltiges Gärtnern bei Beachtung gewisser Grundregeln trotzdem in gewissem Rahmen möglich.

1. Pflanzen als Lebewesen behandeln

Pflanzen sind Lebewesen, die man nicht quälen oder töten sollte. Daher sollte man nur Exotenarten kaufen, die eine reale Chance haben, bei uns zu überleben und wo man bereit ist, den erforderlichen Schutz- + Pflegeaufwand dauerhaft Jahr für Jahr zu betreiben. Hierbei sollte man auch auf eine geeignete Pflanzengröße achten: junge Pflanzen können sich weitaus besser an ein neues Umfeld gewöhnen als ältere Pflanzen.

2. Einheimische Pflanzenwelt bewahren

Bei der Pflanzenauswahl sollte man invasive Neophyten vermeiden, also exotische Pflanzen, die sich bei uns derart aggressiv ausbreiten können, dass sie die einheimische Pflanzenwelt verdrängen.

3. Regenwasser verwenden

Es gibt exotische Pflanzen, die aus extrem regenreichen Herkunftsländern stammen, wo der natürliche Niederschlag bei uns nicht ausreicht. Hat man mehrere solcher Pflanzen, kann die erforderliche Zusatz-Bewässerung insbesondere während der Vegetationsphase ziemlich hoch werden.

Hierbei sollte man schauen, dass man die Bewässerung mit Leitungswasser minimiert. Es ist ökologisch verschwenderisch, Regenwasser vom eigenen Grundstück in die Kanalisation zu leiten und es dann in Kläranlagen aufwändig zu Trinkwasser aufzubereiten, um damit anschließend unsere Pflanzen im eigenen Garten zu gießen.

Stattdessen sollte man Regenwasser im Garten z.B. mittels Zisternen und Regentonnen speichern und seine Pflanzen damit weitestgehend gießen.

4. Organischen Dünger verwenden

Da exotische Pflanzen oftmals stärker als einheimische Pflanzen gedüngt werden müssen, sollte man bei diesen besonders darauf achten, sie möglichst mit organischem statt mineralischem Dünger zu düngen. Mineralischer Dünger (Kunstdünger) ist aus ökologischer Sicht aufgrund seiner energieaufwändigen Produktion (für 1l Dünger werden etwa 2l Erdöl benötigt) und z.T. enthaltener giftiger Schwermetalle dringend zu vermeiden.

Darüber hinaus sollte eine dauerhafte Überdüngung vermieden werden, da dies zu einer Versalzung des Bodens führen kann, was ab einer gewissen Konzentration zum Sterben der Pflanzen führt. Die Gefahr einer Versalzung des Bodens besteht sowohl bei mineralischem als auch bei organischem Dünger. Da organischer Dünger aber erst von Mikroorganismen zersetzt werden muss, bevor er den Pflanzen zur Verfügung steht, ist die Gefahr einer Überdüngung / Versalzung des Bodens hier viel geringer.

Ein entscheidender Vorteil von mineralischem ggü. organischem Dünger besteht darin, dass dieser den Pflanzen als Flüssigdünger sofort zur Verfügung steht. Darüber hinaus ist auch die Dosierung von mineralischem Dünger um einiges einfacher als bei organischem Dünger. Was viele nicht wissen: es gibt auch organischen Volldünger in Flüssigform, beispielsweise für Grünpflanzen BioTrissol von Neudorff (NPK 3-1.5-5).

I.ü. lässt sich Dünger auch sehr einfach mit Hausmitteln selber herstellen.

5. Pflanzen im Winter passiv schützen

Gerade exotische Pflanzen sind bei uns naturgemäß meist nur bedingt winterhart. Aus ökologischer Sicht ist beim Winterschutz dieser Pflanzen eine Beheizung trotzdem möglichst zu vermeiden. Stattdessen ist ein effektiver, passiver Winterschutz anzustreben.

Um den Winterschutzbedarf für Pflanzen zu minimieren, ist die richtige Standortwahl im Garten (Mikroklima) der wesentliche Faktor. Idealerweise werden frostempfindliche Pflanzen in Hausnähe platziert, um ggf. von der Abwärme des Hauses im Winter profitieren zu können. Desweiteren sollten diese Pflanzen geschützt gepflanzt werden, z.B. hinter einer Wand, einer Mauer oder einem Zaun. Nässeempfindliche Pflanzen sind bestens unter einem Vordach platziert.

Das dicke Einpacken der Pflanzen spielt dagegen nur eine untergeordnete Rolle. Da Pflanzen keine Eigenwärme produzieren, verzögert das Einpacken zwar das Eindringen des Frostes in den Schutzbau, kann es aber dauerhaft nicht verhindern.

6. Schädlinge mit Hausmitteln bekämpfen

Für exotische Pflanzen gelten im Prinzip die gleichen Regeln, wenn es um nachhaltige Schädlingsbekämpfung geht: die chemische Keule sollte vermieden werden. Viele Schädlinge kann man stattdessen mit einfachen Hausmitteln bekämpfen.


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