Von der 1. Palme bis zum alten Olivenbaum: der Exotengarten hat sich für uns rasend schnell zum Lieblingshobby entwickelt. Wie alles begann. In diesem Beitrag zeige ich, wie ein Exotengarten im Freiland in Deutschland funktionieren kann – unter realen Bedingungen in USDA-Klimazone 7b, mit frostigen Wintern, hohem Niederschlag und entsprechendem Winterschutz-Aufwand.
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Unser Garten |
| Nachdem wir im Oktober 2010 ein kleines Häuschen südöstlich etwas außerhalb von München gekauft hatten, gestalteten wir im April 2011 den bis dato eher lieblos-angelegten, etwa 250m² großen Garten (vgl.: Unser Exotengarten: Zahlen, Daten, Fakten) komplett um und bereicherten ihn mit ersten exotischen Pflanzen. Obwohl das Klima in unserer Region für die meisten Exoten alles andere als geeignet ist, erweiterten wir unseren Bestand an winterharten Freilandexoten die folgenden Jahre – durch die ersten Überwinterungserfolge beflügelt – sukzessive um Palmen, Yuccas, Agaven, Zitronen, Oliven, Feigen etc. (vgl.: Unser Exotengarten: Chronologie). |
Unser Pflanzenbestand |
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Waren es zunächst vorallem asiatische Pflanzen wie z.B. Hanfpalmen, Faserbananen, Bambus, Magnolien und Hibiskus, so kamen in den Folgejahren viele nord-amerikanische Pflanzen wie Yuccas, Agaven, Rauschöpfe und Kakteen hinzu. Inzwischen finden sich in unserem Garten Exoten von allen Kontinenten – aus Afrika, Asien, Australien, Europa, Nord- und Südamerika (vgl.: Unser Exotengarten: chronologischer Pflanzenbestand). Exemplarisch dafür steht unser Exotenbeet auf der Südseite unseres Grundstücks mit Hanfpalmen aus dem Himalaya, Yuccas + Kakteen aus den Steppen Nord-Amerikas, ein mediterraner Olivenbaum, ein australischer Grasbaum (mein ganzer Stolz!) und afrikanische Mittagsblumen als Bodendecker. Inzwischen besteht unser Garten zu über 90% aus dauerhaft ausgepflanzten Exoten (vgl.: Unser Exotengarten: chronologische Bepflanzung). |
Unser Standort |
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Unser Garten liegt in einer recht winter-frostigen Gegend (Klimazone USDA7b), etwa 500m über NN. Auf der einen Seite haben wir hier sehr sonnenreiche Sommer mit viel Niederschlag. Ideal für Wüstenpflanzen und exotische Obstpflanzen. Und auf der anderen Seite haben wir sehr frostige Winter (Tiefstwert: -22°C) mit längeren Dauerfrostphasen (Rekord: 17 Tage) und tiefem Bodenfrost. Hier bewegen sich die meisten Exoten klimatisch in ihrem absoluten Grenzbereich. Ein durchschnittlicher Winter reicht aus, dass selbst gesunde, etablierte und gut-frostharte exotische Pflanzen im Freiland ohne entsprechenden Schutz keine Überlebenschance haben. Im Winter muss man das Wetter entsprechend immer im Blick haben (vgl.: Chronologische Klimadaten: München). |
Unser Pflege- & Winterschutz exotischer Pflanzen |
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Aufgrund der recht regenreichen Sommer sind Exoten bei uns in Bayern nahezu pflegefrei. Die meisten müssen maximal während längerer Trockenphasen gewässert werden. Winterliche Schutzbedarfe sind dagegen recht aufwändig. Der Auf- und Abbau des Winterschutzes bedeutet bei inzwischen über 40 zu schützenden Exoten pro Saison grob 20h Zeitaufwand. Und der Stromverbrauch für die Beheizung der Exoten schlägt natürlich auch zu Buche, wenn auch mit 60-70kWh/Saison geringer als befürchtet. Trotzdem war Kübelhaltung + In-House-Überwinterung für uns nie eine Option. Mit dem Klimawandel wird sich der Aufwand bei uns etwas verschieben: gemäß KlimaFit-Simulator wird der winterliche Heiz- / Strombedarf bei uns bis 2050 um etwa 25% sinken, aber die sommerliche Bewässerung wird im Schnitt um etwa 20l pro Pflanze steigen. |
Exotengarten = Lebensglück |
| Das Exotenfieber hat uns 2011 gepackt + lässt uns seither nicht mehr los. Unser Exotengarten ist definitiv ein großes Stück Lebensglück… |




