Chinesische Hanfpalme: Mangelerscheinungen + Krankheiten Trachycarpus Fortunei

Selbst bei robusten, pflegefehlertoleranten und ggü. Schädlingen wenig anfälligen Palmenarten wie Trachycarpus Fortunei ist es gut, Mangelerscheinungen, Krankheiten und Schädlingsbefall frühzeitig zu erkennen, um bei Bedarf schnell handeln zu können.

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Krankheiten und Mangelerscheinungen zeigen sich i.d.R. als erstes an den Blättern durch veränderte Konsistenz (weich, spröde, vertrocknet) oder veränderte Farbe (hellgrün, gelb oder braun statt dunkelgrün).

Checkliste: Mangelerscheinungen und Krankheiten
Symptom Problem mögl. Ursache Hilfe
Wedel vertrocknen in Gänze (werden braun); langsamer / kümmerlicher Wuchs Wurzelschaden / Wurzelfäule durch Staunässe, in Folge gelegentlich Asselbefall Pflege- / Auspflanzfehler Bewässerung reduzieren; Drainageschicht im Boden einarbeiten; ggf. Palme ggü. Erdboden etwas erhöht auspflanzen, damit Wasser besser abfließen kann
Wedel vertrocknen in Gänze (bleiben grün) Wassermangel Pflegefehler Bewässerung erhöhen, insbesondere während längerer Trockenphasen
Gelbverfärbung der Blätter (mittig beginnend); kümmerlicher Wuchs; später Chlorose der gesamten Palme Stickstoffmangel Pflegefehler (ggf. ausgelöst durch Boden-Mulchung); unzureichender Frostschutz (Nährstoffmangel aufgrund kühlen / gefrorenen Bodens) Entfernen des Mulchs oder Düngung; Wurzelbereich bei Extremtemperaturen im Winter besser schützen (insbes. bei Lehmböden)
Chlorose an älteren Blättern: punktförmige gelbe oder orange Flecken; Blattspitzen sterben ab Kaliummangel Pflegefehler (Giessen mit kalkhaltigem Leitungswasser); unzureichender Frostschutz (Nährstoffmangel aufgrund kühlen / gefrorenen Bodens) Giessen mit Regenwasser; Düngung; Wurzelbereich bei Extremtemperaturen im Winter besser schützen (insbes. bei Lehmböden)
Chlorose an älteren Blättern: von den Spitzen her Gelbverfärbung Magnesiummangel Pflegefehler (Giessen mit kalkhaltigem Leitungswasser); unzureichender Frostschutz (Nährstoffmangel aufgrund kühlen / gefrorenen Bodens) Giessen mit Regenwasser; Düngung; Wurzelbereich bei Extremtemperaturen im Winter besser schützen (insbes. bei Lehmböden)
Chlorose an jüngeren Blättern: von den Spitzen her Gelbverfärbung Eisenmangel Pflegefehler (Giessen mit kalkhaltigem Leitungswasser); unzureichender Frostschutz (Nährstoffmangel aufgrund kühlen / gefrorenen Bodens) Giessen mit Regenwasser; Düngung; Wurzelbereich bei Extremtemperaturen im Winter besser schützen (insbes. bei Lehmböden)
Chlorose an Blättern: erst gelbliche, dann bräunliche Flecken Sonnenbrand unzureichender Frühjahrsschutz (zu starke Sonneneinwirkung im zeitigen Frühjahr) Palme nach Überwinterung im Schutzbau langsam an Sonne gewöhnen, insbesondere Jungpflanzen sind empfindlich; die betroffenen Stellen regenerieren nicht
Blatt stellenweise dunkelgrün (Verglasungen) Frostschaden: Kältestress (ab etwa -3 bis -6°C) unzureichender Frostschutz i.d.R. reversibler Schaden, der bei höheren Temperaturen wieder verschwindet
Blatt zusammengerollt Frostschaden: Blatt unterversorgt (aufgrund Wurzelschaden oder beeinträchtigter Wurzelfunktion durch Dauerfrost, oft im Frühjahr bei Bodenfrost + Sonne) unzureichender Frostschutz Wurzelbereich bei Dauerfrost besser schützen
Blatt stellenweise / vollständig rissig + mattgrün, Stroh-Geruch, im Frühjahr strohig braun Frostschaden: Blatt geschädigt (ab etwa -15°C gefrieren Blattzellen und platzen) oder zu lange unterversorgt (aufgrund Wurzelschaden oder stark beeinträchtigter Wurzelfunktion durch Dauerfrost) unzureichender Frostschutz Wurzelbereich bei Dauerfrost besser schützen; Blattwerk im Winter besser schützen
Wedel mit gelblichen Querstreifen (‚Winterrand‘) Frostschaden: Wedel kurzfristig unterversorgt (aufgrund Wurzelschaden oder beeinträchtigter Wurzelfunktion durch Dauerfrost, oft im Frühjahr bei Bodenfrost + Sonne) unzureichender Frostschutz Wurzelbereich bei Dauerfrost besser schützen
Wedel bleiben in Vegetationsöffnung stecken, Blattspitzen ggf. verkümmert Frostschaden: Dauerfrost führt zu Schädigung (und in Extremfällen zum Absterben) des Meristems unzureichender Frostschutz Herz / Stamm bei Extremtemperaturen im Winter besser schützen; im nächsten Winter besonders gut schützen
Petiolen lassen sich ziehen Frostschaden: Dauerfrost führt zu Unterversorgung / Schädigung (und in Extremfällen zum Absterben) des Meristems, was im Frühjahr zu Fäulnis und Schimmel in der Wachstumsöffnung führen kann (Herz- / Speerfäule) unzureichender Frostschutz Herz / Stamm bei Extremtemperaturen im Winter besser schützen; Chinosol-Behandlung (Erfolg durch ‚Meterstab-Methode‘ überprüfbar; dazu Meterstab in Palmöffnung einführen: Tiefe sollte durch Aufbau von neuem Gewebe immer geringer werden)
‚Monsterwuchs‘: sehr weiche, lange Wedel (dadurch labiler ggü. Schneemassen, Wind etc.) Pflanze ist vergeilt (tritt i.ü. auch am Naturstandort auf, wo Hanfpalmen oftmals in Wäldern im Unterholz mit schlechten Lichtverhältnissen wachsen) Pflegefehler: Lichtmangel bei zuviel Wärme / Wasser / Dünger (bei Indoor-Pflanzen) mehr Licht, weniger Wasser, weniger Dünger + kühler stellen; betroffene Triebe sollten nicht zurückgeschnitten werden, da Palmen abgeschnittene Pflanzenteile nicht durch neue Triebe ersetzen
Bildung von sehr kleinen Wedeln; Wurzeln sterben Pilzbefall: Phomopsis-Pilz (Schwarzfleckenkrankheit) unzureichender Nässeschutz Spritzen mit geeignetem Fungizid
Knötchen auf den Palmwedeln Pilzbefall: Phönix-Brandpilz unzureichender Nässeschutz Spritzen mit geeignetem Fungizid
orangene / rötliche Flecken auf den Wedeln / Blättern Pilzbefall: Rostpilz unzureichender Nässeschutz Beseitigung der Blätter; Spritzen mit geeignetem Fungizid
schwarzer, leicht klebriger Belag auf den Wedeln / Blättern; häufig auf den Ausscheidungen von Läusen Pilzbefall: Rußtau Schädlingsbefall (Pilz entwickelt sich auf Ausscheidungen von Läusen) Wedel abwischen / -duschen; Läuse bekämpfen
gelbliche / weißliche Wedel / Blätter; feine Gespinste (meist auf der Blatt-Unterseite); ggf. kleine, rote Tierchen sichtbar Spinnmilben / rote Spinne; führt zum Absterben der Palme, wenn man nichts dagegen unternimmt Schädlingsbefall Palme abduschen; Palme spritzen (z.B. mit Insektizid ‚BI 58‘, Brennnesselsud oder Lösung aus 1TL Spiritus, 1EL Schmierseife, 1l lauwarmes Wasser)
weiße, wollige Beläge, gelbliche / weißliche Verfärbung der Blätter; ggf. klebrige Flecken am Boden (=Honigtau / Ausscheidung der Läuse) Wollläuse Schädlingsbefall Palme abduschen; Palme spritzen (z.B. mit Insektizid ‚BI 58‘, Brennnesselsud oder Lösung aus 1TL Spiritus, 1EL Schmierseife, 1l lauwarmes Wasser)
braune ovale Flecken auf Stiel und Blättern; ggf. klebrige Flecken am Boden (=Honigtau / Ausscheidung der Läuse) Schmierläuse Schädlingsbefall Palme abduschen; Palme spritzen (z.B. mit Insektizid ‚BI 58‘, Brennnesselsud oder Lösung aus 1TL Spiritus, 1EL Schmierseife, 1l lauwarmes Wasser)
helle Flecken auf den Blättern Blattläuse oder Thripse Schädlingsbefall Palme abduschen; Palme spritzen (z.B. mit Insektizid ‚BI 58‘, Brennnesselsud oder Lösung aus 1TL Spiritus, 1EL Schmierseife, 1l lauwarmes Wasser)
hell verfärbte Blätter (meist auf der Blatt-Unterseite) Schildläuse Schädlingsbefall Palme abduschen; Palme spritzen (z.B. mit Insektizid ‚BI 58‘, Brennnesselsud oder Lösung aus 1TL Spiritus, 1EL Schmierseife, 1l lauwarmes Wasser)
an- /abgefressene Wedel (insbesondere neue Speere) Ohrenkneifer / Asseln (meist in Wachstumsöffnung) Schädlingsbefall Wachstumsöffnung ausspülen, Palme spritzen (Chrysanthemenblüten-Extrakt)

2 Kommentare zu “Chinesische Hanfpalme: Mangelerscheinungen + Krankheiten Trachycarpus Fortunei
  1. Sehr guter Beitrag !! Die Tabelle ist sehr informativ und hilfreich. Klasse!! Weiter so. Habe selbst einige Palmenarten im Garten ausgepflanzt und diese Tabelle ist sehr übersichtlich und leicht verständlich, nützlich für echte Palmen Gärtner Besucht auch meine Homepage, ich würde mich sehr freuen welt-der-palmen.de Viel Erfolg weiterhin.

    • tom sagt:

      Hallo Linda,
      vielen Dank für Deinen netten Kommentar. Ich habe mir gerade Deine tolle Website angeschaut und festgestellt, dass wir zwei in etwa zum selben Zeitpunkt Palmen im Garten ausgepflanzt haben und dass Du – wie ich – in Bayern wohnst, also auch gegen die eisigen Winter hier anzukämpfen hast. Da fühlt man sich doch gleich verstanden… 🙂

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