Exotensaison 2018/19 Mein Exotengarten in München

Nachdem in den letzten 2 Exotensaisons die eine oder andere Pflanze den Winter leider nicht oder nur mit erheblichen Schäden überstanden hat, achte ich in der 8. Exotensaison besonders darauf, möglichst frost- / winterharte Sorten oder Hybride zu kaufen.

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Saison-Bilanz

Bepflanzung

Folgende Pflanzen haben es in dieser Saison in unseren Exotengarten geschafft (Pflanzenübersicht):

Pflanze Anzahl
Dasylirion wheeleri (Wheeler’s Rauschopf) 1
Diospyros kaki ‚Japanische Kaki x (Japanische Kaki x amerikanische Kaki)‘ (Kakibaum ‚Nikita’s Gift‘) 1
Eucalyptus neglecta (Omeo-Gummi-Eukalyptus) 1
Eucalyptus pauciflora ‚Mount bogong‘ (Schnee-Eukalyptus) 1
Musa basjoo (japanische Faserbanane) 1
Pediocactus simpsonii ex colorado (Kugelkaktus) 1
Poncirus Trifoliat (Bitterzitrone) 1
Yucca recurvifolia 1

Folgende Pflanzen sind aus Platzmangel, Geschmacksgründen bzw. Beeinträchtigungen durch Frostschäden leider nicht mehr bei uns im Garten ausgepflanzt:

Pflanze Anzahl
Diospyros kaki (Kakibaum) 1
Goldspiere ‚Firelight‘ (japanische Strauchspiere) 1

Klima

Nachdem es lange schien, dass der Winter 2017/18 ausfällt, gab es Ende Februar doch noch mehr als 1 Woche Dauerfrost mit z.T. bitterkalten nächtlichen Tiefsttemperaturen.

Während der folgende März extrem kühl mit z.T. 2-stelligen Minusgraden ausfällt, ist der April durchgängig extrem mild mit vielen sommerlichen Tagen weit über 20°C. Es soll der wärmste April seit Aufzeichnung der Wetterdaten gewesen sein. Im Mai und Juni setzt sich das tolle Wetter fort.

März 2018

Am 03.03. wird der 1. Schwung der Exoten vom Winterschutz befreit: die 3 Hanfpalmen, die Wagnerpalme, der Eukalyptus und die Seidenakazie.

Ein 1. Winter-Fazit: die 3 Hanfpalmen haben den Winter nahezu ohne Frostschäden überstanden. Bei der kleinen, nur passiv-geschützten Wagnerpalme haben die Blätter z.T. starken Frostschaden. Beim Eukalyptus + den 2 Bambus sind die Blätter z.T. vertrocknet. Während der Eukalyptus den Winter leider nicht überlebt hat, werden sich die Bambusse sicher erholen. Die Seidenakazie hat – wie jedes Jahr – ihre Blätter abgeworfen. Hier ist eine Prognose noch nicht möglich. 2 meiner Yuccas haben Pilzbefall: meine Gloriosa ist heftig befallen und die noch im Topf befindliche kleine Recurvifolia hat auch leichten Befall. Bei beiden werden radikal alle befallenen Blätter abgeschnitten (was bei der Gloriosa 75% aller Blätter bedeutet). Die 2 Rostrata und die panaschierte Gloriosa, die letztes Jahr noch massiv betroffen war, sind quasi pilzfrei. Meine Magnolia ‚Genie‘ hat den Winter leider ebenfalls nicht überlebt. Sie hat es mir offenbar nicht verziehen, dass ich sie 2017 2x versetzen musste. Auch der Kakibaum tut sich nach dem radikalen Einkürzen im Frühjahr 2017 schwer. Ich werde ihn daher ab jetzt im Topf halten. Und mein letztes (sehr kleines) Sempervivum, das Sempervivum ‚Triglensis‘, existiert seit dem Winter einfach nicht mehr. Ich nehme an, irgendwelche Tiere haben sich daran bedient. Auch unsere Mescal-Agave sieht trotz Nässeschutz gar nicht gut aus: sie lässt die äußeren Blätter hängen und ist unten um den Mitteltrieb extrem hellgrün. Das sieht nicht gut aus!

Auf der anderen Seite sind bereits erste Neuankömmlinge im Garten geplant: neben der letztes Jahr gekauften + bislang im Topf gehaltenen Yucca recurvifolia habe ich einen Kakibaum ‚Nikita’s Gift‘, einen Wheeler’s Rauschopf, einen Schnee-Eukalyptus ‚Mount bogong‘, eine Passiflora incarnata (Eia Popeia) und eine Bitterzitrone gekauft. Den Kakibaum habe ich bei Lubera im 5l-Container für knapp 50€ (mit Versandkosten) gekauft. Es handelt sich hierbei um eine Hybride aus amerikanischer und japanischer Kaki, die die positiven Eigenschaften der japanischen (Frucht-Grösse + -Aroma) mit denen der amerikanischen Kaki (Frosthärte bis -24°C) vereinen soll. Ich bin gespannt! Den Rauschopf habe ich für knapp 180€ (ohne Versandkosten) bei eBay gekauft. Er ist ca. 95cm hoch, hat einen Stammansatz von ca. 15cm und einen sensationellen Stammumfang von ca. 84cm. Die Bitterzitrone habe ich bei zitronenlust.de (über eBay) als 1.4m-hohes Bäumchen für 27€ (ohne Versandkosten) gekauft. Den Schnee-Eukalyptus ‚Mount bogong‘ habe ich ebenfalls bei eBay (floraplant-Versandbaumschule) für knapp 60€ (inkl. Versandkosten) bestellt. Es handelt sich hierbei um eine auf ca. 1700m am ‚Mount bogong‘ wachsende Sorte, die bis –18 °C immergrün bleiben soll und als eine der frosthärtesten Eukalypus-Sorten gilt. Und die extrem-frostharte Passiflora incarnata, die sehr schwer zu bekommen ist, habe ich zufällig für stolze 35€ (ohne Versandkosten) bei Hagebau online gefunden.

Nachdem in der Wettervorschau für die nächsten 2 Wochen keine extremen Minusgrade mehr angekündigt sind, pflanze ich meine Neuankömmlinge am 24. + 25.03. aus. Der Schnee-Eukalyptus kommt auf die Südseite und nimmt den Platz der Magnolia Genie ein. Der Kakibaum ‚Nikita’s Gift‘ nimmt auf der Westseite den Platz des bisherigen Kakibaums ein. Wheeler’s Rauschopf nimmt den Platz der japanischen Strauchspiere ein, da sie uns einfach nicht mehr gefällt. Die Yucca recurvifolia verdrängt einen Teil des Erdbeerbeetes und die Bitterzitrone übernimmt den Platz des bisherigen Mostgummi-Eukalyptus.

Außerdem befreie ich am 25.03. die letzten Pflanzen vom Winterschutz: den Olivenbaum, den Oleander, die Banane und den Baumfarn.

Der Olivenbaum hat den Winter sensationell quasi ohne Blattverlust überstanden. Beim Oleander sind nur die äußeren Blätter vom Frost leicht geschädigt. Er sieht auf alle Fälle viel besser aus als nach dem letzten Winter. Die Stämme der Banane sehen ebenfalls sehr gut aus: nach Abschneiden des oberen, ca. 20cm breiten matschigen Teils bleiben bis zu 80cm hohe Scheinstämme über. Der Baumfarn sieht ganz gut aus. Im Schutzbau hat er bereits erste Wedelrollen entwickelt. Die Blätter sind wegen Lichtmangel allerdings hellgrün und haben z.T. leichten Frostschaden an den Wedelspitzen.

April 2018

Am 02.04. muss ich mir eingestehen, dass die Mescal-Agave (trotz Nässeschutz) und der Opuntia fragilis ‚Freiburg‘ im letzten Winter aufgrund zuviel Nässe vergammelt sind. Am gleichen Tag pflanze ich einen Eucalyptus neglecta aus, den ich über eBay als kleines Pflänzchen für 5€ gekauft habe. Der Verkäufer schrieb dazu, dass seine Mutterpflanze den Winter 2011/12 bei -18°C problemlos überstanden hat. Ich pflanze ihn neben dem Schnee-Eukalyptus in direkter Konkurrenz aus, in der Hoffnung, dass zumindest einer der beiden die nächsten Winter übersteht.

Am 07.04. entdecke ich an meiner großen Hanfpalme auf der Westseite des Grundstücks erste Blütenknospen. Diese Palme war schon letztes Jahr mit der Blütenbildung ein Stück eher dran als die Hanfpalmen auf der Südostseite. Außerdem pflanze ich heute meine erste Passiflora incarnata – im Deutschen als Winterharte oder auch Fleischfarbene Passionsblume benannt – aus. Die Passiflora incarna gilt als die frosthärteste Passionsblume und wird oftmals bis -20°C angegeben. Leider bekommt man diese Passionsblume im Handel nur sehr schwer und teuer. Ich habe meine lustigerweise beim Otto-Versand für 39€ als etwa 20cm-hohe Pflanze bekommen. Wahnsinn! Ich werde im Herbst auf alle Fälle schauen, ob ich die Pflanze per Steckling vermehren kann.

Am 14.04. pflanze ich einen Kugelkaktus – einen Pediocactus simpsonii ex colorado – aus. Ich habe ihn für 10€ bei kakteengarten.de gekauft. Er hat etwa einen Durchmesser von 6cm und ersetzt die Mescal-Agave, die den letzten Winter leider nicht überlebt hat. Da mir der Händler eine Mittagsblume – eine Delosperma ‚Hanna‘ – gratis dazu gegeben hat, wird auch diese in meinem kleinen Mittagsblumenbeet ausgepflanzt.

Aufgrund der sommerlichen Temperaturen ab Anfang April sprießt und schießt es überall im Exotengarten. Ein wenig bitten lassen sich mal wieder die Seidenakazie, die chinesische Dattel, der Oleander und die (letztjährigen) Passionsblumen. Bei meiner größten Hanfpalme zeigen sich bereits 3 Blütenknospen, bei der kleinsten sogar 4. Nur die Standort-älteste bekommt leider wieder keine Blüten. Die Indianerbanane hat knapp 30 inzwischen relativ große Blütenknospen. Und der Taschenfarn schiebt seinen 3. Wedel.

Ende April zeigen sich schließlich auch bei den Nachzüglern erste neue Blattknospen: beim Olivenbaum, bei der Seidenakazie und dem Hibiskus.

Je älter meine Hanfpalmen werden, umso deutlicher wird, wie unterschiedlich sie vom Habitus her sind. Insbesondere bei den 2 nebeneinander stehenden Hanfpalmen auf der Südseite fällt dies extrem auf. Die ursprünglich Kleinere hat die Größere dank schnellerem Wuchs inzwischen bzgl. Stammhöhe, Stammdicke und Wedelgröße massiv überholt, hat aber trotz einer Stammhöhe von über 1m noch nie geblüht, während die kleinere schon bei einer Stammhöhe von knapp 50cm das 1. Mal geblüht hat. Mir scheint, die Kleinere ist irgendwie außer Rand + Band. Bei meiner größten Hanfpalme auf der Westseite bemerke ich, dass alle Wedel mit unzähligen winzigen Löchern (mit braunen Umrandungen) versehen sind. Vermutlich handelt es sich um leichte Frostschäden.

Ende April bildet mein Igelsäulenkaktus erstmals 2 kleine, weisse Blüten. Auch der Feigenkaktus hat erste Blütenansätze gebildet. Außerdem starte ich dieses Jahr erstmals den Versuch, meine Indianerbanane per Ponsel zu befruchten. Ich bin gespannt, ob bzw. wie gut es funktioniert hat.

Mai 2018

Am 05.05. pflanze ich eine japanische Faserbanane auf der Westseite unseres Grundstücks aus.

Einige Exoten sind schon fast verblüht: z.B. die Klettergurke oder die Indianerbanane. Andere stehen kurz vor der Blüte wie der Olivenbaum, der Feigenkaktus, die Passiflora incarnata, der Igelsäulenkaktus oder die 2 Hanfpalmen. Wieder andere erzeugen gerade erste Blütenansätze wie etwa der Oleander. Und einige haben gerade erste Blätter produziert wie z.B. die Seidenakazie oder die chinesische Dattel.

1 meiner 3 Hanfpalmen hat Mitte Mai bereits 3 neue Wedel entwickelt, die anderen beiden zumindest 2. Alle 3 Hanfpalmen bilden darüber hinaus aktuell jeweils 3 weitere Wedel. Auch meine kleine, im letzten Winter nur passiv-geschützte Wagnerpalme hat bereits 2 neue Wedel produziert. Auch ihr scheint es richtig gut zu gehen.

Mitte Mai sind 2 Clematis über und über voll mit Blüten. Auch die Mittagsblumen bilden erste Blüten. Die 2 blühenden Hanfpalmen sind dagegen schon am verblühen.

Ende Mai ist mein Olivenbaum – wie schon letztes Jahr – mit Wollläusen befallen. Ich sprühe ihn mit dem Mittel ‚Schild- und Wolllausfrei‘ von Neudorff ein und hoffe, die Wollläuse so loszuwerden.

An meinem erst dieses Jahr gepflanzten und gerade einmal 1m großen Kakibaum entdecke ich 4 kleine Früchte. Wahnsinn! Und der Igelsäulenkaktus blüht dieses Jahr auch das 1. Mal.

Die Passiflora incarnata und der Hibiskus sind ziemlich stark verlaust. Ich probiere es mit homöopathischen Mitteln: hierzu löse ich 6 Globuli Cimicifuga C30 in einem 1l Wasser auf und gieße die Pflanzen damit.

Ende Mai ist meine ältere Faserbanane bereits fast 1.8m groß. Beim Olivenbaum öffnen sich erste Blüten. Und meine Rosen stehen bereits in voller Blüte.

Eine erste Vermessung meiner 3 chinesischen Hanfpalmen ergibt folgende Stammhöhen: 120cm (+15cm ggü. Oktober 2017), 95cm (+5cm) und 148cm (+1cm). Meine standort-älteste Hanfpalme – die allerdings wiederholt als einzige nicht geblüht hat – legt mal wieder ein rasantes Wachstum hin!

Juni 2018

Am 01.06. pflanze ich japanisches Blutgras (Imperata cylindrica ‚Red Baron‘), Blauschwingel / Bärenfellgras (Festuca cinerea) und Colakraut (Artemisia procera) auf der Nordwestseite unseres Grundstücks aus.

An der Indianerbanane sind nur noch knapp 10 Fruchtansätze dran. Der Rest ist leider bereits abgeworfen worden.

Meine 3 chinesischen Hanfpalmen haben Anfang Juni bereits jede Menge neue Wedel gebildet: die Standortälteste hat 5 neue Wedel geschoben und 4 Speere in der Wachstumsöffnung und die anderen beiden haben jeweils 4 Wedel und 2 Speere. Und mein Küken, meine kleine Wagnerpalme hat bislang 1 Wedel und 1 Speer gebildet.

Der Kakibaum und die Passiflora incarnata blühen inzwischen. Bei der Passionsblume habe ich allerdings mit Erscheinen der Blüten größte Zweifel, ob es sich wirklich um eine ‚Passiflora inacarnata‘ handelt. Ich fürchte, es handelt sich nicht mal um eine Passionsblume. Ich muss da unbedingt beim Otto-Versand (wo ich bestellt hatte) mal nachhaken. Das kann doch nicht wahr sein!

An meiner Indianerbanane sind derweil leider nur noch 2 Fruchansätze an einem Fruchtstand übrig. Hoffentlich bringt die Indianerbanane wenigstens die 2 zur Reife!

Am 07.06. blüht mein Feigenkaktus erstmals wunderschön in orange. In Summe hat er 10 Blüten. Und am 09.06. öffnet sich die erste Blüte an meinem ausgepflanzten Oleander. Wer hätte gedacht, dass man einen Oleander bei uns ausgepflanzt zum Blühen bringen kann? Ich bin überwältigt!

Die Faserbanane streckt ihre Blätter inzwischen derart gen Himmel, dass sie an der höchsten Stelle schon jetzt ca. 2.2m hoch ist.

Da es die ersten Juni-Wochen zwar weiterhin sehr heiss ist, aber fast täglich in den frühen Abendstunden zum Teil massive Regenfälle mit heftigen Gewittern gibt, verliert der Olivenbaum Unmengen an Blüten. Trotzdem hat der Olivenbaum dieses Jahr derart viele Blüten, dass sich der Verlust verschmerzen lässt.

Meine Saison-Erkenntnisse
1. Immergrüne Pflanzen (in meinem Fall vorallem der Baumfarn, der Oleander und der Eukalyptus) benötigen im Winter unbedingt einen guten Wurzelschutz, um nicht zu vertrocknen (‚Frosttrocknis‘).
2. Styropor ist ein sehr effektives Frostschutzmaterial.
3. Im Frühjahr sollte man den Wurzelschutz (z.B. Mulchschicht) entfernen, sobald keine längeren Frostphasen mehr zu erwarten sind. So kann der gefrorene Boden schneller auftauen und das Regenwasser die Wurzeln besser errreichen, was die Frosttrocknis-Gefahr (gerade an Sonnentagen) minimiert.
4. Eukalyptus sollte im Winter nur einen Wurzelschutz und ggf. einen Stammschutz erhalten. Das Einpacken der Krone (mit Vlies oder gar Luftpolsterfolie) ist eher schädlich und führt nach kurzer Zeit zum Absterben der Blätter oder des gesamten Baumes.
5. Es ist ein Trugschluss, dass man Oleander in Deutschland grundsätzlich nicht auspflanzen kann: mein ausgepflanzter Oleander hat mit rudimentärem Winterschutz den Jahrhundert-Winter 2016/17 überstanden und bildet nach dem 2. Winter 2017/18 sogar Blüten. Von blütenlosem ‚Rückwärts-Wachsen‘ kann bislang keine Rede sein.

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