Exotensaison 2019/20 Mein Exotengarten in München

Da ich mehr + mehr zum Rostrata-Fan werde, pflanze ich in meiner 9. Exotensaison eine bereits recht grosse Yucca rostrata aus, meine 3. inzwischen. Erstmals probiere ich es auch mit einer Yucca faxoniana. Und diese Saison ziehen einige neue Kakteen bei mir in den Garten.

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Februar 2019

Mitte Februar fliegen die ersten 3 Gartenneulinge ein: meine inzwischen 2. Indianerbanane (dieses Mal eine selbstfruchtende ‚Prima 1216‘), meine 3. Yucca rostrata und erstmals eine Yucca faxoniana. Die Indianerbanane habe ich für 70€ (+13€ Versand) als 1.6m hohe Pflanze bei zitronenlust.de (über eBay) gekauft. Die Yucca rostrata habe ich für 190€ (+20€ Versand) als 1.7m hohe, gewurzelte Pflanze (Stammhöhe: 1.1m) über yucca-shop (über eBay) bestellt. Und die Yucca faxoniana habe ich für 165€ (+20€ Versand) als 1.2m hohe, gewurzelte Pflanze (Stammhöhe: 0.6m) bei American Desert Plants (über eBay) aus den Niederlanden gekauft.

März 2019

Am 03.03. pflanze ich die Yucca faxoniana und die Yucca rostrata auf der Südwestseite meines Gartens aus. Beim Auspflanzen der Yucca faxoniana ist das Substrat so trocken, dass die dünnen rötlichen Wurzeln beim Herausheben aus dem Topf mit der Erde grossteils abreissen. Echt ärgerlich! Die Yucca rostrata ist mit fleischigen roten Wurzeln super durchwurzelt, so dass ich sie samt Erdballen gut ins Pflanzloch bekomme.

Nachdem der Winterschutz am 09./10.03. (bis auf die Faserbananen) auch bei den letzten Pflanzen abgebaut ist, ein 1. Fazit nach dem bei uns sehr milden Winter 2018/19: der Pediocactus sieht nicht gut aus. Er ist gräulich-bräunlich geworden. Mir scheint, die Nässe hat er nicht verkraftet. Darüber hinaus hat die panaschierte Kerzen-Palmlilie starken Pilzbefall. Ich muss ihr leider etwa 50% der Blätter abschneiden. Der noch sehr kleine Eucalyptus neglecta sieht an den Blättern auch pilzig aus. Er war den Winter über komplett mit Mulch überdeckt. Das scheint ihm nicht so recht gefallen zu haben. Und der Olivenbaum hat im Winterschutz-Zelt etwa 30% seiner Blätter verloren. Ansonsten hat alles im Garten den Winter schadlos überstanden. Sensationell!

Die Harlekinweide ist Mitte März bereits voller grüner Blattknospen. Bei der Indianerbanane haben sich bereits viele etwa 5mm große Blütenknospen gebildet. Und bei meiner kleinsten chinesischen Hanfpalme schieben bereits erste Blütenstände. Der ganze Garten duftet jetzt übrigens herrlich nach den Blüten der chinesischen Winterblüte.

Am 17.03. pflanze ich meine neue Indianerbanane ‚Prima 1216‘ auf der Westseite des Grundstücks aus. Und an der neuen Yucca rostrata finde ich paar weisse schmierige Beläge, vermutlich von Wollläusen. Ich hoffe, das Problem löst sich in den nächsten Tagen von selbst. Es soll ja die Tage nochmal leichten Nachtfrost geben.

Am 22./23.03. befreie ich meine 2 japanischen Faserbananen vom Winterschutz. Die Scheinstämme der mit Mulch + Heizkabel geschützten Faserbanane machen einen gewohnt guten Eindruck. Die obersten ca. 5cm des Scheinstamms müssen abgeschnitten werden, da sie leicht matschig sind. Darunter schauen sie super aus – innen schön weiß und bereits mit ein wenig frischem Grün. Die Scheinstämme sind zwischen 1m und 1.2m hoch. Die andere Faserbanane hatte ich diesen Winter nur passiv mit Mulch + einem Styroporkasten darüber geschützt. Die Scheinstämme sind um einiges matschiger als bei der anderen Banane und müssen gut 10cm zurückgeschnitten werden. 2 der 4 Scheinstämme sind innen weiß, 2 eher braun-schwarz. Ich bin mal gespannt, ob alle Scheinstämme überlebt haben.

Ende März tut sich was bei der Bitterzitrone: erste ganz kleine Blattknospen sind zu erkennen. Und die Indianerbanane ‚Sunflower‘ hat dieses Jahr etwa 150 Blütenansätze. Wahnsinn!

April 2019

Mitte April schiebt auch meine größte Hanfpalme ihre Blütenstände langsam heraus. Nur meine Standort-Älteste scheint wieder keine Blüten zu schieben. Kaum zu glauben, da sie Jahr für Jahr am schnellsten wächst, die meisten Wedel + den mit Abstand kräftigsten Stamm hat und mit einer Stammhöhe von über 1.5m längst alt genug wäre für Blüten. Kann es sein, dass manche Hanfpalmen nie geschlechtsreif werden? Seltsam!

Die chinesische Winterblüte ist nun langsam verblüht. Zeitgleich bilden sich erste Blattknospen. Am Kakibaum spriessen erste Blattknospen. Im Exotenbeet auf der Nordwestseite bilden sich beim Lavendel und beim Colakraut erste frische Blättchen. Auch das Bärenfellgras hat überlebt. Bei der Klettergurke öffnen sich bereits erste Blüten. Und beim Oleander und beim Hibiskus zeigen sich erste zarte Blättchen.

Am Osterwochenende 20./21.04. entdecke ich viele kleine Fruchtansätze an der chinesischen Winterblüte. In der 6. Saison also endlich erstmals Früchte! Beim Baumfarn schieben nun endlich erste kleine Wedelschnecken aus dem Stamminneren langsam nach oben. Das japanische Blutgras sah nach dem Winter vertrocknet aus, bildet aber nun erste grüne Blattstengel. Auch bei der Seidenakazie sind erste ganz kleine Blatttriebe erkennbar. Und bei den 2 blühenden Hanfpalmen schieben inzwischen 4 Blütenstände (bei der Palme auf der Nordwestseite) und sensationelle 8 Blütenstände (bei der kleineren Palme auf der Südostseite).

Und am 24.04. morgens auf dem Weg zur Arbeit dann die große Überraschung: sie kann es doch! Meine standortälteste Hanfpalme hat mit einer Stammhöhe von knapp 1.60m entschieden, dass sie in diesem Leben doch noch blühen will. Das 1. Mal! 2 Blütenstände! Gut 5 Wochen nach meiner kleinsten Hanfpalme, 2 Wochen nach meiner größten Hanfpalme und 1 Woche nach meinem Abgesang auf ihre Geschlechtsreife (Hanfpalme ausser Rand + Band (Fortsetzung)). Wahnsinn! Die späte Blütenbildung könnte theoretisch ein Indikator für eine weibliche Hanfpalme sein. Das wäre ja irre, nachdem meine 2 anderen Hanfpalmen Männchen sind. Gibt es dieses Jahr erstmals ‚Nachwuchs‘?

Ende April entdecke ich dann auch erste Blattknospen bei der chinesischen Dattel. Beim Igelkaktus zeigen sich erste kleine Blütenansätze. Und bei meiner älteren Indianerbanane versuche ich, diese mit einem Pinsel zu manuell bestäuben.

Ein finales Winterfazit: bis auf den Pediocactus haben alle Pflanzen den Winter sehr gut überstanden. Ob der Pediocactus die winterliche Feuchte ungeschützt nicht vertragen hat oder ggf. jemand z.B. beim Winterschutz-Aufbau drauf getreten ist, ist nicht ganz klar. Aber der Kaktus sieht leider gar nicht gut aus!

Mai 2019

Anfang Mai sind auch beim Feigenkaktus erste Blütenansätze zu erkennen. Ich freue mich schon wieder auf die tollen Blüten! Und beim Oleander gibt es auch bereits erste kleine Blütenansätze.

Nachdem mein Pediocactus den Winter wohl leider nicht überstanden hat, pflanze ich am 04.05. 3 neue Kakteen in meinem Exotenbeet 1 (Grundstückseingang auf der Süd-Ostseite) aus: 2 Warzenkakteen – einen Escobaria vivipara + einen Escobaria sneedii ssp. leei – sowie einen Igelkaktus – einen Echinocereus triglochidiatus f. inermis. Geliefert wurden sie von kakteengarten.de, jeweils im 9cm-Topf, jeweils 6€ für die 2 Warzenkakteen bzw. stolze 20€ für den Igelkaktus.

Das Sempervivum Triglensis ist wieder aufgetaucht! Urspünglich hatte ich das Sempervivum 2017 auf der Westseite des Grundstücks gepflanzt. Nachdem es (durch Schnecken?) extrem zurückgefressen wurde, habe ich einen letzten Mini-Ableger 2018 in mein Kiesbeet auf der Süd-Ostseite versetzt. Dieses Frühjahr schien auch dieses Sempervivum wieder weggefressen zu sein – bis heute. Da entdecke ich es ganz klein im Kies versteckt.

Und der Kakteenirrsinn geht weiter: am 07.05. pflanze ich einen gerade einmal 3cm großen, wurzelnackten Escobaria missouriensis in meinem Exotenbeet 1 aus. Bestellt habe ich ihn für knapp 4€ über eBay. Er wurde als einziger quasi-winterharter Kugelkaktus, der ohne Regenschutz Frost bis zu -25°C überstehen soll. Ich bin gespannt!

Man liest ja immer, dass es zur Befruchtung von Indianerbananen bei uns an ‚interessierten‘ Insekten fehlen würde. Jetzt, wo die Indianerbanane in voller Blüte ist, stelle ich beim manuellen Bestäuben immer wieder fest, dass viele sehr kleine Fliegen (Fruchtfliegen?) und Käferchen in den Blüten hocken.

Am 14.05. pflanze ich 2 weitere Exoten aus. Einerseits einen etwa 5cm großen Echinocereus viridiflorus (dw), den ich bei uhlig-kakteen.de (über rakuten.de) für 8€ (ohne Versand) bestellt habe und nun in meinem Exotenbeet 1 ausgepflanzt habe. Er hat bereits 6 ausgebildete Blütenknospen. Gefällt mir! Außerdem habe ich eine weitere Klettergurke (dieses Mal eine rote) für 16€ (ohne Versand) bei baumschule-aurea.de (über eBay) bestellt. Sie kommt ins Exotenbeet 3 auf der Nordwestseite meines Grundstücks, direkt neben meine weisse Klettergurke. In der Hoffnung auf gute Befruchtung!

Da sich im oberen Bereich des Schlafbaums auch Mitte Mai keine Neutriebe bilden, kürze ich den Schlafbaum um über 1m auf eine Resthöhe von etwa 1.6m. Es scheint, als hätten die oberen Zweige den Winter nicht überstanden.

Meine 2 Hanfpalmen auf der Südseite haben inzwischen 9 bzw. 3 Blütenstände gebildet, während die auf der Nordseite 4 Blütenstände gebildet hat. Meine kleinere Hanfpalme auf der Südseite (mit den 9 Blütenständen) hat i.ü. auch diese Saison wieder die meisten (wenn auch sehr überschaubaren) Frostschäden an den Wedeln. Sie scheint doch ein wenig frostkritischer zu sein.

Am 19.05. gibt es endlich Gewissheit: IT’S A G-I-R-L!!! Nachdem meine 2 anderen Hanfpalmen beide Männchen sind, ist meine Dritte zum Glück ein Weibchen. Die Blüten sind deutlich grünlich-gelb, etwas größer als bei den Männchen und etwas später dran. Die Indizienlage ist eindeutig. Einer Befruchtung steht nichts mehr im Weg. Juhu!

Meine Saison-Erkenntnisse
1. Man kann die Scheinstämme von Faserbananen auch im frostigen Bayern passiv geschützt erfolgreich über den Winter bringen, zumindest in milden Wintern wie 2018/19.
2. Die erstmalige Blütenbildung bei Hanfpalmen kann erheblich variieren. Bei mir haben die Hanfpalmen mit einer Stammhöhe zwischen 50 und 150cm das 1. Mal Blüten gebildet.
3. Offensichtlich gibt es sehr wohl einige einheimische kleine Fliegen und Käfer, die sich für die Blüten der Indianerbanane interessieren.
4. Pflanzt man Baumfarne an einen vollsonnigen Standort, so besteht die Gefahr, dass die Stammwurzeln sukzessive vertrocknen, da man diese nicht mehr im erforderlichen Maß feucht halten kann. In Konsequenz zeigen vollsonnig gepflanzte Baumfarne oft ein deutlich verringertes Wachstum mit klein-bleibenden Wedeln.

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